Kirchenklangfest
Für sie ist das Chorsingen eine Passion

Nächsten Samstag, 9. Mai, startet Cantars, das Kirchenklangfest, in Solothurn. Nach vielen Sitzungen und Absprachen geht es endlich auch für Irene Kurth los. Sie arbeitet als Co-Koordinatorin für Cantars Solothurn und singt selbst.

Silvia Rietz (Text und Bild)
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«Singen geht durch den ganzen Körper», sagt Irene Kurth.

«Singen geht durch den ganzen Körper», sagt Irene Kurth.

Silvia Rietz

Der Volksmund sagt, wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Bei Irene Kurth, die sich im OK des Solothurner Cantars, als Präsidentin des Bezirks-Cäcilienverbandes Solothurn-Lebern-Wasseramt und als Vorstandsmitglied des Domchores intensiv mit Chormusik auseinandersetzt, erfüllte sich dieses Sprichwort.

Schon als Kind, welches eher mässig Klavier spielte, sang sie in Engelberg im Stiftschor. «Um die Knaben im Alt und Sopran zu unterstützen, durften auch Mädchen im Gottesdienst mitsingen», erinnert sie sich an die Zeit, wo sie neben dem heutigen Abt Christian Meyer in der Klosterkirche sang.

Seit damals war sie immer in einer Chorgemeinschaft aktiv dabei. Als die junge Frau wegzog, erleichterte ihr das Mitmachen in Chören (Cäcilienchor Thalwil, Singkreis Bezirk Affoltern, Cäcilienverein Affoltern a. A.), ausserhalb des Berufsalltags Kontakte zu knüpfen.

Das Prinzip funktionierte auch in Solothurn, wo sie heute mit ihrem Mann Heinz und vier Kindern zwischen 8 und 15 Jahren lebt. «Als ich herkam, kannte ich nur die Familie meines Mannes. Mit dem Eintritt in den Domchor änderte sich dies aber schnell.»

Chorsingen ist zur Passion geworden. Irene Kurth: «Es entspannt, obschon ich mich konzentrieren muss. Singen geht durch den ganzen Körper. Ein Werk einzustudieren und zur Konzertreife bringen, heisst nicht nur proben, sondern auch Beständigkeit zu üben. An einem Projekt dranbleiben, auf ein Ziel hinzuarbeiten; nicht nur kopflastig.»

Als praktisch veranlagter Mensch ist ihr das Ergebnis wichtiger als das Drumherum, und sie gesteht: «Im Merken von Namen der Komponisten und Werken bin ich nicht so versiert. Halte ich jedoch die Noten in den Händen und höre die ersten Töne, kann ich ziemlich gut die Melodien abrufen.

An die regelmässigen Chorproben und die Präsenz an Gottesdiensten (und in Konzerten) hat sich die Familie gewöhnt. Seit sich Irene Kurth zusätzlich für die Solothurner Ausgabe des ökumenischen Kirchenklangfestes Cantars engagiert, war noch mehr Toleranz gefordert.

Als Co-Programmverantwortliche mit Ueli Mani hat sie sich nämlich eine zeitintensive Aufgabe geangelt. Erschwerend kam hinzu, dass das Projekt gesamtschweizerisch konzipiert und entsprechend straff organisiert ist.

Die Vorgaben des Gesamt-OKs inklusive der Spezialwünsche der auftretenden Formationen unter einen Hut zu bringen und ein abwechslungsreiches Programm für 12 Stunden Musik zu gestalten, ging an die Substanz. «Da braucht es ein klares Konzept und Nervenstärke», lacht sie.

Als positive Begleiterscheinung wertet Kurth, dass sie sich durch diese Aufgabe von der einfachen Anwenderin zur wendigen Computerbenutzerin wandelte.

Der Einsatz hat sich gelohnt, das Programm glänzt mit vielen Highlights. Nach ihren persönlichen Favoriten befragt, muss sie passen und erklärt: «Das Angebot ist so abwechslungsreich, dass es mir schwerfällt, einen Punkt hervorzuheben. Die Vielfalt, das Mitwirken verschiedener Konfessionen; von solistisch bis zum über hundertköpfigen Ensemble; a cappella oder Chor mit Brassband; Jugendchor oder Chorzusammenschluss mit Musikgesellschaft; volkstümlich, klassisch, modern; sanfte Klänge oder kräftige Töne; das einmalige Glockenspiel mit den Kathedrale-Glocken – es wird einmalig werden.»