Die Laupersdörfer Turnhalle war gut gefüllt. Der Informationsanlass zum geplanten Asylzentrum auf dem Hellchöpfli füllte fast die ganze Halle – grösstenteils mit Thalerinnen und Thalern. „Wir hoffen, mit umfassender Information die letzten Fragen klären zu können“, begrüsste der Solothurner Landammann Peter Gomm die Anwesenden. „Wir haben ein gutes Konzept hierhin gebracht. Wir wissen, dass es Ängste gibt.“ Darauf sei bei der Planung zum Betrieb auf dem Hellchöpfli besonders Rücksicht genommen worden.

Gomm appellierte daran, die Lasten im Kanton solidarisch zu tragen. „Es funktioniert nicht, wenn alle nein sagen.“ Auch ohne neue Durchgangszentren müsse der Kanton die vom Bund zugewiesenen Asylbewerber aufnehmen – dann würden diese aber einfach auf die Gemeinden verteilt, wo es keine Betreuung gebe.

Kritische Dikussion

Lebendiger wurde es in der Fragerunde. Zahlreiche Besucher, viele aus Laupersdorf, sprachen sich gegen die Asylunterkunft aus. Immer wieder äusserten sie Ängste zur Sicherheit im Thal oder zu der Verkehrsbelastung. Kritische Bemerkungen erhielten Applaus, einzelne Stimmen votierten aber auch für die Solidarität. Die zahlreichen Massnahmen besänftigten nicht alle Anwesenden. Unterstützung in der Argumentation erhielt Peter Gomm von Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei, der die rasche Möglichkeit zu polizeilichen Eingriffen erklärte.

Auch Selzachs Gemeindepräsident Viktor Stüdeli versuchte den Anwesenden Ängste zu nehmen. Selzach hatte eines der ersten Asylzentren der Schweiz. Das Zusammenleben im Dorf funktioniere gut.

Tägliche Fahrten zu den Bahnhöfen

Informiert wurde erstmals über den Transport der Asylbewerber. Diese sollen mit einem Shuttlebus einmal täglich – je nach Wochentag abwechslungsweise – entweder nach Balsthal, Niederbipp und Solothurn oder dann nach Oensingen und Wangen an der Aare gebracht werden. Anspruch auf diesen Transport sollen nur Personen haben, die Arzt- oder Behördentermine haben. Zudem soll jeder Asylbewerber zwei Freikarten pro Monat erhalten. In der Nacht wird eine Anwesenheitspflicht bestehen.

Militär ist auch oben

Für Dritte wird die Zufahrt mit einem Fahrverbot eingeschränkt – um einen „privaten Taxibetrieb“ zu verhindern. Noch nicht ganz gelöst ist die Zufahrt, wie Reto Steffen, Fachstellenleiter Asyl beim Amt für soziale Sicherheit, erklärte. Die restlichen Bewilligungen liegen laut Steffen grösstenteils vor. Ab Anfang April soll das Durchgangszentrum schrittweise hochgefahren werden. Das Militär wird seinen Betrieb auf dem Hellchöpfli nicht einstellen. Auch weiterhin werden kleinere Übungen stattfinden.