Die Entwicklung der Sozialhilfe sei 2017 insgesamt moderat gewesen. Die durchschnittliche Bezugsdauer sei konstant geblieben, was eine Verbesserung gegenüber früheren Jahren sei, hiess es an einer Medienkonferenz der Städteinitiative Sozialpolitik vom Dienstag in Bern.

Die Anzahl der Sozialhilfefälle habe mit durchschnittlich 1,6 Prozent deutlich weniger stark zugenommen als in den fünf vorangegangenen Jahren. Der Fallanstieg sei in den mittelgrossen Städten am höchsten gewesen. Auch sei das Sozialhilferisiko in den Städten im westlichen Landesteil sowie in den grösseren Deutschschweizer Städten mit Zentrumsfunktion höher als in kleineren Städten der Deutschschweiz.

Abnahme in fünf Städten

In fünf Städten hat die Fallzahl abgenommen. Es sind dies Basel, Bern, Biel BE, Chur und Schlieren ZH. Mit Ausnahme von Schlieren sei die Fallabnahme eher gering, sodass eher von einer Stagnation auszugehen sei. In Wädenswil ZH haben die Fallzahlen stagniert. In den anderen acht Städten habe die Fallzahl zugenommen, besonders deutlich in Winterthur ZH, Luzern, Schaffhausen und Uster ZH. In Zürich sei nach einer längeren Phase von stagnierenden Fallzahlen bereits das zweite Jahr in Folge eine leichte Fallzunahme zu beobachten.

Nach wie vor am höchsten ist die Sozialhilfequote mit 11,5 Prozent in der Stadt Biel, gefolgt von Lausanne mit 8,7 Prozent und Basel mit 6,6 Prozent. Am tiefsten war die Sozialhilfequote in Uster und Zug mit je 1,7 Prozent.

Viele Junge schaffen Ausstieg

Näher untersucht wurde die Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Sozialhilfe. Über einen Zeitraum von sieben Jahren wurden alle 17-Jährigen, die 2010 in den 14 beteiligten Städten von Sozialhilfe unterstützt wurden, erfasst. Betrachte man diese Risikogruppe der 17-jährigen Sozialhilfebeziehenden in den folgenden sieben Jahren, so hätten lediglich acht Prozent von ihnen dauerhaft Sozialhilfe bezogen.

Viele hätten vorübergehend oder dauerhaft den sozialen Aufstieg geschafft. Drei Viertel der Risikogruppe sei im Alter von 23 Jahren nicht mehr auf Sozialhilfe angewiesen gewesen. Dennoch bestehe ein deutlich erhöhtes Risiko, auch im Erwachsenenalter auf Sozialhilfe angewiesen zu sein, wenn Jugendliche in finanziell engen Verhältnissen starten müssten.

Ausländische Jugendliche würden die Integration schaffen. Das Sozialhilferisiko sei in den Städten bei den 15-Jährigen ohne Schweizer Pass deutlich höher als bei den 25-Jährigen. Während von den 15-Jährigen etwa jede sechste Person auf Sozialhilfe angewiesen sei, so sei es bei den 25-jährigen Ausländerinnen und Ausländern nur noch jede 18. Person. Die Sozialhilfequote sei demnach in diesen beiden Altersgruppen von 17,5 Prozent auf 5,6 Prozent gefallen.

Die Kennzahlen der Sozialhilfe werden von der Berner Fachhochschule und der Städteinitiative Sozialpolitik erarbeitet und dokumentieren auf der Basis von Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) die aktuelle Entwicklung von 14 Städten. Es sind dies Zürich, Basel, Lausanne, Bern, Winterthur, Luzern, St. Gallen, Biel, Schaffhausen, Chur, Uster, Zug, Wädenswil und Schlieren. In diesen Städten leben 26 Prozent aller Sozialhilfebeziehenden der Schweiz.