Die Gründe für das Zerbrechen von Ehen seien so vielfältig, dass die pauschale Bestrafung durch die Kirche bei einer Wiederheirat nicht mehr akzeptiert werde, heisst es in einer Mitteilung der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) zu den Ergebnissen der Synodengespräche, an denen rund 6000 Menschen teilgenommen haben.

Zudem hätten die Gesprächsrunden festgestellt, dass die kirchlich geschlossene, sakramentale Ehe heute zu einem Minderheitsmodell geworden sei. Daher werde gewünscht, dass die Kirche ihr Engagement in der Vorbereitung und Begleitung von kirchlichen Ehen erhöhe und ihr Engagement für Familien ausbaue.

Partnerschaften von Schwulen und Lesben sollen in der Kirche Platz haben, lautet ein weiterer Wunsch an die Kirche. Auch wenn die Gleichstellung mit der kirchlichen Ehe mehrheitlich abgelehnt werde, so gebe es doch eine hohe Zustimmung zu einer Segnung dieser Partnerschaften.

Die Synodengespräche wurden von Januar bis März 2015 an vielen Orten und in zahlreichen Gruppen in der katholischen Kirche in der Schweiz angeboten. An den Synodengesprächen nahmen mehrheitlich Personen der Seelsorge, Katechetinnen und Katecheten sowie vor allem engagierte Gläubige in Pfarreien, Kirchgemeinden, kirchlichen Verbänden und in weiteren Gruppierungen und Gemeinschaften teil.

Die 570 Berichte über die in den Gesprächen diskutierten Anliegen und Sichtweisen sind in der Geschäftsstelle der Pastoralkommission der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) gesammelt, analysiert und in einem Bericht zusammengefasst und nach Rom übermittelt worden. Dort werden die weltweit gesammelten Stimmen in ein Vorbereitungsdokument für die Bischofssynode im Oktober 2015 einfliessen.