Aus wissenschaftlicher Sicht wäre für die Schweiz eine Elternzeit von 38 Wochen die beste Lösung. Das ist das Resultat einer Untersuchung des Forschungsbüros Interface - ausgewertet wurden im Auftrag der eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) 140 internationale Studien zur Wirkung von Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternurlaub aus den Jahren 2010 bis 2017.

Gemäss der EKFF sollen 14 Wochen für die Mutter reserviert sein und 8 Wochen für den Vater. Die übrigen 16 Wochen können nach Gutdünken von der Mutter oder vom Vater bezogen werden.

Die Elternzeit soll auch zu einem späteren Zeitpunkt nach der Geburt bezogen werden können – allerdings dürfen sich bei der Mutter und dem Vater nur zwei Wochen überschneiden. So will die EKFF verhindern, dass die Elternzeit für lange Ferien missbraucht wird.

Das Modell der EKFF ist angesichts der bisherigen politischen Forderungen eine absolute Luxus-Variante, die pro Jahr bis zu 1,7 Milliarden Franken kosten würde. Finanziert würde der Urlaub über die Erwerbsersatzordnung sowie über die Mehrwertsteuer.

Die Kommission sieht in einer langen Elternzeit nur Vorteile, wie sie in einem Bericht schreibt, der der Sonntagszeitung vorliegt. So steigt zum Beispiel mit einer langen Elternzeit die Erwerbsquote bei den Frauen. Auch die Gesundheit der Babys erhöht sich Studien zufolge - weil sie länger gestillt werden.

Und letztlich profitiert gemäss dem Bericht aber auch die Wirtschaft, weil Frauen, die eine lange Elternzeit beziehen können, am Arbeitsplatz zufriedener sind und den Job weniger häufig wechseln.