Iran

Westliche Regierungen kritisieren Ahmadinedschads Rede scharf

Präsident Ahmadinedschad (Archiv)

Präsident Ahmadinedschad (Archiv)

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Holocaust erneut bestritten. Es sei «eine falsche Behauptung, ein Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit benutzt wird», sagte er bei einer anti-israelischen Kundgebung zum Al-Kuds-Tag in Teheran.

In der iranischen Hauptstadt und anderen Städten des Landes demonstrierten nach Angaben der staatlichen Medien Hunderttausende Menschen gegen Israel.

Al Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Der Tag ist im Iran ein gesetzlicher Feiertag und wird traditionell am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan begangen. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.

Als Höhepunkt der traditionellen Veranstaltung galt ein Gebet in der Teheraner Universität mit der anti-israelischen Rede Ahmadinedschads. Er sagte, falls die Europäer Millionen von Juden getötet haben sollten, dann sollten sie den Juden auch "in Europa, Amerika oder Kanada" Land schaffen.

Mehrere westliche Regierungen kritisierten die Rede Ahmadineschads scharf. Das Weisse Haus in Washington verurteilte die Äusserungen und bezeichnete sie als "böswillige Lügen". US-Präsident Barack Obama habe jede Leugnung der nationalsozialistischen Morde an Millionen Juden schon bei seiner Rede in Kairo als "bar jeder Grundlage, ignorant und boshaft" bezeichnet, sagte ein Sprecher.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier wies die Aussagen als "inakzeptabel" zurück. Und der britische Aussenminister David Miliband nannte Ahmadinedschads Worte "abstossend". Es sei wichtig, dass sich die Weltgemeinschaft gegen solche Schmähungen zur Wehr setze.

Zum ersten Mal seit Mitte Juli nahmen Anhänger der Opposition die Demonstrationen zum Anlass, gegen die umstrittene Regierung zu protestieren. Die Polizei hatte sie im Vorfeld scharf davor gewarnt, die Veranstaltung für Proteste gegen die Regierung zu nutzen.

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