1992: Nein zum EWR

   

Am 6. Dezember 1992 lehnte die Schweizer Bevölkerung den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) hauchdünn ab. 50,3 Prozent sagten Nein, die Stimmbeteiligung
lag bei 79 Prozent. Der EWR ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Efta-Staaten Norwegen, Liechtenstein und Island. Das Nein zum EWR begründete in der Folge den Aufstieg der SVP zur grössten Partei der Schweiz.

2000: Ja zu Bilateralen I

Die Schweiz und die EU nahmen Ende 1994 Verhandlungen auf für den Abschluss von sektoriellen Abkommen. Am 21. Juni 1999 konnten sieben Abkommen abgeschlossen werden: Freizügigkeit, technische Handelshemmnisse, öffentliche Aufträge, Landwirtschaft, Landverkehr, Luftverkehr und Forschung. Das Volk stimmte diesen Bilateralen I am 21. Mai 2000 mit 67,2 Prozent Ja-Stimmen zu. Die Stimmbeteiligung lag bei 48 Prozent.

2005: Ja zu Bilateralen II

Ab Juni 2002 verhandelten die Schweiz und die EU zehn weitere Dossiers, darunter etwa das Assoziierungsabkommen Schengen/Dublin, die Zinsbesteuerung (heute automatischer Informationsaustausch) und die Bildung. Am 26. Oktober wurden diese Verhandlungen,
die als Bilaterale II bekannt sind, unterzeichnet. Das fakultative Referendum wurde nur gegen Schengen/Dublin ergriffen. Am 5. Juni 2005 nahm das Volk die Vorlage mit 54,6 Prozent Ja an.

2005: Ja zur Osterweiterung

Am 25. September 2005 stimmte die Bevölkerung ab über die Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf die zehn neuen EU-Mitgliedstaaten. Die EU hatte diese 2004 aufgenommen und kam mit den 15 alten Staaten neu auf 25 Mitglieder. 56 Prozent sagten in der Schweiz Ja zu dieser Erweiterung. Am 8. Februar 2009 hiess die Bevölkerung auch die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Bulgarien und Rumänien gut, mit 59,62 Prozent Ja.