Café Fédéral

Viola Amherd und die armen Offiziere

Verteidigungsministerin Viola Amherd.

Verteidigungsministerin Viola Amherd.

Das Armee-Kader hat es derzeit nicht leicht. Ihre neue Chefin hat einen Aussenseiter zum Armeechef befördert und Apéro-Verbote erlassen.

Offiziere bis hinauf zu den Generälen, die es sich gewohnt sind, dass die Politik spurt, haben es nicht leicht. Da haben sie erstmals eine Frau als obersten Chef, nämlich die Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP). Das ist schon hart genug. Und dann noch eine, die die Schraube anzieht.

Bei den Spesen etwa. Sie verbietet den Offizieren die Teilnahme an Apéros und Buffets von Lobbyisten und Rüstungsfirmen. Postiert einen Aussenseiter an der Armeespitze: CyberDivisionär Daniel Süssli, von dem einige der Offiziere vermuten, dass er die Wahl schaffte, weil er seinen Charme spielen liess. Ein Charmebolzen als Armeechef – unerträgliches Bild für einige Platzhirsche , die sich selbst zu Höherem berufen fühlten.

Aber das Schlimmste kommt erst noch. Jetzt findet die Bevölkerung die neue Chefin auch noch gut. Aus dem neusten SRG-Wahlbarometer geht sie als beliebtestes Mitglied der Landesregierung hervor: 65 Prozent finden sie sympathisch. Die CVP-Frau kommt beim Volk besser an als ihre beiden SVP-Vorgänger zusammen: Ueli Maurer kam auf 40 Sympathieprozent, Guy Parmelin auf 23.

Die armen Offiziere werden hoffen, dass sich ihre doppelt so beliebte Chefin schon Ende Jahr einem anderen Departement zuwendet. Allerdings sind ihre Aussichten schlecht: Amherd gefalle es ganz vorzüglich im VBS, sagen Beobachter. Es gebe hier noch viel zu tun.

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