Kein Luxus

Unser Bischof wohnt in WG und nutzt als Dienstwagen einen Occasions-Audi

Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg, sorgt als Luxus-Bischof weltweit für Schlagzeilen. Wie lebt eigentlich der Bischof vor der eigenen Haustüre? Wir haben bei Felix Gmür, Bischof von Basel mit Amtssitz in Solothurn, nachgefragt.

Franz-Peter Tebartz-van Elst, der Bischof von Limburg (Deutschland), sorgt mit seiner riesigen 31-Millionen-Euro-Residenz, Flügen in der First-Class und einer Audi-Limousine mit Chauffeur weltweit für Schlagzeilen. Viele Katholiken sind empört. Wie lebt eigentlich der Bischof vor der eigenen Haustüre? Wir haben bei Felix Gmür nachgefragt.

Auch der Bischofssitz in Solothurn ist ziemlich stattlich. Ist er für sie alleine nicht etwas zu gross?

Bischof Felix Gmür: Ich wohne gemeinsam mit den Weihbischöfen, dem Generalvikar, einem Seelsorge-Mitarbeiter und einer Vollzeitangestellten, die für den Haushalt verantwortlich ist, im Bischofshaus. Damit bilden wir eine WG. Das Haus ist halböffentlich, oft finden bei uns Essen und Empfänge statt. Dann helfen ein Abwart und zwei Teilzeitangestellte aus.

Bezahlen Sie und Ihre Mitbewohner im Bischofshaus denn auch Miete?

Ja, alle bezahlen Miete für Kost und Logis.

Was gehört nebst dem Bischofshaus auch noch zum Bischofssitz?

Zum Bistum Basel gehören in Solothurn nur das Bischofshaus und das Ordinariat. Beide Gebäude befinden sich im Besitz von Stiftungen und stehen unter Denkmalschutz.

Wie viele Menschen arbeiten im Ordinariat, der obersten Verwaltungsstelle des Bistums?

Im Ordinariat arbeiten etwa 30 Personen. Es finden aber regelmässig Sitzungen statt, bei denen auch Mitarbeiter aus den Bischofsvikariaten anwesend sind.

Wie reisen Sie zu Ihren Terminen? Steht Ihnen dafür ein Dienstwagen mit Chauffeur zur Verfügung?

Alle Mitarbeiter nutzen unseren Occasions-Audi als Dienstwagen. Einen Chauffeur gibt es nicht. Wer am weitesten fährt, nimmt den Dienstwagen. Die anderen nehmen ihre Privatautos, alles kleinere Wagen: ein Skoda, ein Seat, ein Opel und ein Citroën. Wenn möglich, nehmen wir den Zug oder das Velo. Das hängt jedoch von der Strecke und der Tageszeit ab. Bei Flügen buchen wir Economy-Class.

Bischof Tebarz-van Elst wird unter anderem für sein finanzielles Gebaren kritisiert. Können Sie mit dem Bistumsvermögen tun und lassen, was Sie möchten?

Die Situation in der Schweiz kann nicht mit Deutschland verglichen werden, weil die Bedingungen gänzlich verschieden sind. Das Bistum erhält nur einen sehr geringen Teil der Kirchensteuern. Diese gehen an die Kirchgemeinden und die staatskirchenrechtlichen Körperschaften.

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