Die Zürcher Staatsanwaltschaft gab am Mittwoch bekannt, Vincenz sei am Dienstag aus der Haft entlassen worden. Ebenfalls auf freiem Fuss ist seit Dienstag Vincenz’ früherer Geschäftspartner bei der Kreditkartengesellschaft Aduno. Beide waren Verwaltungsräte der Aduno.

Die Untersuchung sei "weit fortgeschritten", heisst es weiter in der Mitteilung. Deshalb seien die beiden Männer "unter Auflage verschiedener Ersatzmassnahmen" aus der Haft entlassen worden. Laut Oberstaatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen gegen "sämtliche Beschuldigten" weiter. Nebst Vincenz und dem anderen Verwaltungsrat wird gegen weitere Personen aus deren Umfeld ermittelt.

Vincenz und dessen Geschäftspartner waren am 27. Februar in Untersuchungshaft versetzt worden. Im Mai war diese vom Gericht verlängert worden.

Vincenz wird vorgeworfen, bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und sich persönlich bereichert zu haben. Vincenz bestreitet die Vorwürfe.

Auslöser für das Strafverfahren ist eine Anzeige von Aduno vom Dezember 2017. Nachdem die Zürcher Justiz die Raiffeisen-Bank über das Strafverfahren informiert hatte, reichte Raiffeisen ebenfalls eine Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Chef ein. Bei Raiffeisen geht es um verdeckte Treuhandverhältnisse, dank derer sich Einzelpersonen möglicherweise bereichert haben.

Vincenz kritisiert «unverhältnismässig lange» U-Haft

Nach seiner Freilassung kritisiert Vincenz die gegen ihn verhängte Untersuchungshaft. Diese sei "unnötig und ihrer Länge völlig unverhältnismässig gewesen". Vincenz sass seit dem 27. Februar in Zürich in U-Haft.

Was er in den letzten Wochen erlebt habe, wünsche er niemandem, liess Vincenz in einer Erklärung verlauten, die seine Kommunikationsagentur am Mittwoch verbreitete. "Es geht mir den Umständen entsprechend gut und ich danke allen, die in dieser schwierigen Zeit zu mir stehen und mich unterstützen."

Die Eröffnung des Strafverfahrens sei für ihn völlig überraschend gekommen. Seine Kritik an der Länge der Untersuchungshaft begründet er damit, dass die Themenkreise des Verfahrens Jahre zurück lägen und bestens dokumentiert seien.

"Die im Rahmen des Strafverfahrens gegen mich erhobenen Vorwürfe bestreite ich nach wie vor und ich werde mich mit allen Mitteln dagegen wehren", liess er sich weiter zitieren.