Sondersetting
Teurer als Carlos: 12-Jähriger berichtet von Attacken im Klinikalltag

Der 12-jährige Junge, den die Kesb in einer geschlossenen Abteilung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel untergebracht hat, erzählt, wie es ihm im Klinikalltag ergeht.

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Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel: Hier hat die Kesb den 12-jährigen Bub untergebracht.

Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel: Hier hat die Kesb den 12-jährigen Bub untergebracht.

Kenneth Nars

Er ist 12-jährig und sitzt hinter verschlossenen Türen. Nicht, weil er etwas verbrochen hat, sondern, weil er das Bildungssystem überfordert: Der Sohn von Tatsiana Zahner aus Wettswil am Albis generiert wegen eines teuren Sondersettings unfreiwillig Kosten in der Höhe von mehreren Zehntausend Franken pro Monat, wie "Schweiz am Wochenende" berichtete. Die Kosten sollen höher zu Buche schlagen als im Fall Carlos.

Nun darf der 12-Jährige einen Tag zu Hause in Wettswil verbringen, wie der "Blick" schreibt. Aus seinem Klinikalltag erzählt er etwa, dass er als Küken oft Ziel von Attacken sei: "Als ich schlief, bemalten sie mein Gesicht mit Filzstift. Als ich in den Spiegel schaute, hatte ich ein Hakenkreuz und die Initialen BL für 'Big Loser' im Gesicht."

Auch sei er von einer Frau gewürgt worden. Sie wurde danach umplatziert. Pro Tag erhält der Junge zwei Stunden Unterricht. Sport und Deutsch mag er am liebsten. Später möchte er Polizist werden. Er wisse aber nicht, ob das möglich sei: "Ich habe leider viel verpasst", sagt er zum "Blick".

In Basel ist er zusammen mit Schwerverbrechern untergebracht. Das hat die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb verfügt. Auch werde er mit Medikamenten ruhiggestellt, sagte seine Mutter Ende April zur az.