Das Szenario sieht einen schweren Störfall im AKW Gösgen vor, bei dem eine grössere Menge Radioaktivität freigesetzt wird. Das teilte das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Donnerstag mit.

Geübt werden am kommenden Dienstag und Mittwoch die Notfallorganisation des AKW Gösgen sowie das Zusammenspiel mit den externen Notfallorganisationen. An der Übung beteiligt sind auch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und die Nationale Alarmzentrale (NAZ) im Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS).

Mit dabei sind zudem Teile der Armee, der Kantonale Führungsstab Solothurn, regionale Führungsstäbe in den Kantonen Solothurn und Aargau, diverse Krisenorganisationen von Infrastrukturunternehmen sowie mehrere Stäbe aus dem benachbarten Deutschland.

Zur Überprüfung der Vorbereitungen für die Bewältigung eines Unfalls sind für die Schweizer Atomkraftwerke regelmässige Übungen vorgeschrieben. Die letzte grosse Übung fand 2013 im AKW Leibstadt AG statt. 2011 hatte der Bundesrat auf die Übung beim AKW Beznau verzichtet. Der Bundesrat wollte nach der Katastrophe im japanischen Fukushima zuerst die Grundlagen für den Notfallschutz überprüfen lassen.

Impressionen von der Gesamtnotfallübung in Reinach nach einem Störfall im AKW Leibstadt:

Super-Puma-Helikopter stehen im Einsatz

Bei der diesjährigen Gesamtnotfallübung wird die Luftwaffe der Schweizer Armee mit Super-Puma-Helikoptern Materialtransporte vom Notlager Reitnau zum AKW Gösgen fliegen.

Die Messorganisation Radioaktivität wird Probenahmen und Messungen an diversen Orten in der Umgebung des Atomkraftwerkes vornehmen. Dabei wird auch geprüft, wie rasch die Daten an die zuständigen Stellen übermittelt werden können.

In Balsthal wird am Mittwoch gemäss Drehbuch der Gesamtnotfallübung eine Beratungsstelle Radioaktivität eingerichtet. Dort sollen Personen aus dem von erhöhter Radioaktivität betroffenen Gebiet einer Radioaktivitätsmessung unterzogen werden. Fachleute sollen die Personen betreuen und beraten.