Trockenheit

Stromproduzenten leiden unter der Trockenheit

Das Wasserkraftwerk Rheinfelden (Archiv)

Das Wasserkraftwerk Rheinfelden (Archiv)

Die seit September anhaltende Trockenheit macht den Stromproduzenten zu schaffen. Mehrere Elektrizitätswerke stellten einen Rückgang von rund 20 Prozent der Wassermenge fest. Die nationale Versorgung ist aber nicht gefährdet.

Die Stromproduzenten Axpo und BKW registrierten in ihren Wasserkraftwerken einen Produktionsrückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Für Urs Hofstetter, Geschäftsführer der Alpiq Hydro Aare AG, die zwischen Aarau und dem Bielersee drei Standorte betreibt, ist der Wasserstand derzeit sogar tiefer als im trockenen Jahr 2003. Dies erklärte er am Montagabend in der Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens.

Alpiq-Sprecherin Christel Varone ergänzte am Dienstag auf Anfrage, dass 2011 für die drei Kraftwerke das schlechteste der vergangenen zehn Jahre sei. Es werde eine um rund 25 Prozent tiefere Stromproduktion erwartet. Anlagen im Hochgebirge dagegen stünden gut da: Die Stauseen seien fast bis zum Höchststand gefüllt.

Keine höheren Strompreise

Die Kunden hätten vorerst keine negativen Auswirkungen zu befürchten, versichert Axpo-Sprecher Erwin Schärer. Die Axpo hat die Strompreise für 2012 für ihre Versorgungskunden, die Kantonswerke der Nordostschweiz, bereits in diesem Herbst festgelegt.

Längerfristig könnten Trockenperioden, wie sie im laufenden Jahr im Frühling und jetzt im Herbst aufgetreten sind, dennoch einen Einfluss auf die Preise haben. Antonio Sommavilla, Sprecher der BKW, äussert sich jedenfalls vorsichtig: "Wir wissen noch nicht, wie sich diese Trockenheit weiterentwickelt, und der Strompreis hängt von verschiedenen Faktoren ab."

Bis zum Winterende könne es immer noch starke Schneefälle geben, die im nächsten Frühling die Wassermenge wieder überdurchschnittlich anschwellen lassen könnten, fügte Axpo-Sprecher Schärer hinzu.

Situation im Jura und im Mittelland kritisch

Laut dem aktuellen Hydrologischen Bulletin des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) liegt die nördlich der Alpen registrierte Regenmenge im Herbst oft unter dem saisonalen Durchschnitt. Die Situation ist derzeit im Jura und im Mittelland kritischer als in anderen Teilen der Deutschschweiz.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1