Niderfeld

Stolpersteine im Niderfeld

Zankapfel: Die Stadt Dietikon will im Gebiet Bodacher eine hochwertige Überbauung, die Migros ein Möbelzentrum.

Bodacher, Dietikon

Zankapfel: Die Stadt Dietikon will im Gebiet Bodacher eine hochwertige Überbauung, die Migros ein Möbelzentrum.

Der Dietiker Stadtrat bleibt dabei: Er will kein Möbelzentrum im Niderfeld. Und als Grundeigentümerin wird Dietikon das Baugesuch des Genossenschaftsbundes Migros Zürich nicht unterschrieben.

Sidonia Küpfer

Dem Bauprojekt eines Möbelfachmarktes auf dem Gebiet Bodacher weht in Dietikon eisiger Wind entgegen. Die Stadt hat die Baueingabe für das «Due 2 Fachmarktcenter», hinter dem der Genossenschaftsbund Migros Zürich (GBZ), Jelmoli und die Totalunternehmerin HRS AG stehen, formell geprüft. Sie kam zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine weitergehende Prüfung nicht gegeben seien, wie Stadtpräsident Otto Müller auf Anfrage erklärte. Überraschend ist dies nicht, fehlt der Eingabe doch unter anderem die Unterschrift einer der Grundeigentümerinnen - nämlich der Stadt Dietikon selbst.

Dietikon unterschreibt nicht

Stadtpräsident Otto Müller bekräftigte gegenüber der LiZ noch einmal, dass die Stadt ihre Meinung nicht ändern und infolgedessen auch die Unterschrift nicht unter die Baueingabe setzen werde - und diese braucht das Projekt, da alle Grundeigentümer ihre Zustimmung zum Projekt geben müssen. Müller hatte dies schon im März angekündigt, als Migros und Jelmoli über ihre Pläne informierten für 250 Millionen Franken ein Einrichtungscenter bauen zu wollen (vgl. Artikel vom 21. 3. 2009).

Nun verdeutlichte Müller den Standpunkt Dietikons noch einmal: «Wir bieten keine Hand für ein Projekt gemäss altem Gestaltungsplan.» Damit spricht er auf den Gestaltungsplan Bodacher an, der im Jahr 2002 von der Bevölkerung verabschiedet wurde, als die Ansiedlung von Ikea im Raum stand. Der schwedische Möbelriese baute schliesslich ein paar hundert Meter weiter in Spreitenbach sein Center.

Gestaltungsplan nur für Ikea

Für Otto Müller ist klar, dass der Gestaltungsplan Bodacher nur für das Ikea-Projekt genehmigt wurde und künftig gemäss neuer Einzonungsvorlage gebaut werden muss, welche vom Volk angenommen wurde. Im Gegensatz dazu vertritt der GBZ laut Müller eine andere Haltung: Falls der GBZ alle Auflagen, die 2002 der Ikea gemacht wurden, erfülle, so müsse die Stadt Dietikon ihr Grundeigentum für das Projekt zur Verfügung stellen, erklärt Müller den Konflikt. Eine Einschätzung, die der Stadtpräsident nicht teilt: «Der Gestaltungsplan Bodacher war für die Ikea gedacht. Falls wir nicht die Vorschriften der Einzonungsvorlage beachten, machen wir uns unglaubwürdig.»

Ohne Unterschrift, keine Baubewilligung. Und als Grundeigentümerin ist die Stadt zugleich Partei. Wie lange diese Pattsituation wohl bestehen bleibt? Vom Genossenschaftsbund Migros Zürich ist nichts zu erfahren. Sprecherin Eve Pfeiffer teilt zum Bodacher-Projekt mit: «Laufendes Verfahren, welches die Migros Zürich zurzeit nicht kommentiert.»

Otto Müller hält es für möglich, dass die Initianten des Projektes auf juristischem Weg versuchen werden, eine Baubewilligung zu erreichen. Immerhin hatte der Genossenschaftsbund Migros Zürich auch gegen den Urnenentscheid über die neue Einzonung des Gebietes Niderfeld Rekurs ergriffen (vgl. Artikel vom 7. 10. 2008). Der Rekurs sei aber vom Kanton abgewiesen worden mit der Begründung, dass es in der Gemeindehoheit liege, die Planung für ein Gebiet zu ändern. Zudem sei das öffentliche Interesse an der Entwicklung des Gebietes, das bei der Abstimmung kund getan wurde, höher zu gewichten als die Interessen eines Einzelnen, fasst Müller den Rekursentscheid zusammen. Der GBZ habe den Entscheid nicht weitergezogen.

Die Stadtplanung laufe, so Stadtpräsident Müller, im Gebiet Niderfeld mittlerweile in eine ganz andere Richtung: «Wir wollen eine hochwertige Überbauung, welche die geplante Limmattalbahn einbezieht und auf die Strassenkapazität Rücksicht nimmt.»

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