Schweiz

Stiftung Landschaftsschutz zeigt, wie Ställe besser in die Landschaft passen

Bauen ausserhalb der Bauzone wird meist nur landwirtschaftlichen Betrieben erlaubt. (Symbolbild)

Bauen ausserhalb der Bauzone wird meist nur landwirtschaftlichen Betrieben erlaubt. (Symbolbild)

Geht es nach der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, sollen landwirtschaftliche Bauten regionalen Besonderheiten und bestehenden Siedlungsstrukturen angepasst werden. Sonst drohe eine weitere Zersiedelung und der Verlust von Kulturland.

(gb.) Unauffällig und nachhaltig: So wünscht sich die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz die Gestaltung von Gebäuden ausserhalb der Bauzone. Am Freitag hat sie in Bern einen Leitfaden vorgestellt, worin sie verschiedene Kriterien für möglichst «landschaftsverträgliche Ställe» und andere landwirtschaftliche Bauten formuliert. Damit will die Stiftung Landschaftsschutz einem «Informationsdefizit» bei Behörden, Planern und Bauherren entgegenwirken, wie es in einer Mitteilung zum neuen Leitfaden heisst.

An lokale Architektur anpassen

Die rege Bautätigkeit ausserhalb der Bauzone bereitet der Stiftung Landschaftsschutz Sorgen, wie sie in ihren Empfehlungen ausführt. Sie verweist dazu unter anderem auf im letzten November publizierte neueste Zahlen des Bundes zum Bauen ausserhalb von Bauzonen. Diese besagten, dass landwirtschaftliche Gebäude stetig mehr Boden verbrauchen.

In der Tat befindet sich die Landwirtschaft in einem Strukturwandel. Die Betriebe werden dabei immer grösser. Dazu werden laut Stiftung Landschaftsschutz immer mehr neue Baukörper in unverbaute Landschaften gestellt, was zu einer weiteren Zersiedelung beitrage. Auch gehe so wertvolles Kulturland verloren.

Zuerst soll laut der Stiftung Landschaftsschutz deshalb geprüft werden, ob ein Neubau überhaupt notwendig sei. Wenn ja, müsse man sich mit der Landschaft und dem bestehenden Siedlungsmuster auseinandersetzen. So seien zum Beispiel Verschiebungen des Terrains (etwa durch eine Aufschüttung) zu vermeiden. Neubauten sollten zudem nicht verloren auf einer weiten Wiese zu stehen kommen, sondern durch die Nähe zu einem Gehölz oder Böschung landschaftlich verankert werden.

Bald auch wieder Thema im Parlament

Auch die äussere Gestaltung des Baus ist der Stiftung Landschaftsschutz wichtig. Besonders grosse Laufställen bestünden oft aus preiswerten Fertigbausystemen, heisst es im Leitfaden. Für einen landschaftsverträglichen Neubau sollten aber regionaltypische Architekturstile berücksichtigt und zurückhaltende, nachhaltige Materialien gewählt werden.

Das Bauen ausserhalb der Bauzone beschäftigt seit einiger Zeit auch die Politik. Geht es nach dem Bundesrat, sollen nach wie vor nur die nötigsten Bauten ausserhalb von Bauzonen erstellt werden dürfen. Die Kantone sollen dabei aber einen grösseren Gestaltungsspielraum erhalten. Im Rahmen der zweiten Etappe des Raumplanungsgesetz wird der Ständerat voraussichtlich in der Sommersession über das Geschäft entscheiden.

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