Schweizer Cup
So will Bern Krawalle am Cupfinal verhindern

Bern lässt die Fans am Cupfinal nun doch marschieren. Dafür hat die Stadt aber klare Spielregeln ausgegeben. Die Anreisezeit der Fan-Lager wurde festgelegt, ebenso Sammelplatz, Marschroute und der Zeitpunkt des Eintreffens im Stadion

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Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause und SFV-Generalsekretär Alex Miescher an der Medienkonferenz zum Ablauf des Cupfinals.

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause und SFV-Generalsekretär Alex Miescher an der Medienkonferenz zum Ablauf des Cupfinals.

Keystone

2013 wurden die Fanmärsche durch die Innenstadt überschattet durch Ausschreitungen von GC- und Basel-Fans. Nause hatte darauf erklärt, künftig werde es in Bern keine Fanwalks mehr geben.

So weit kommt es nicht, denn auch das mittlerweile in Kraft gesetzte verschärfte Hooligan-Konkordat kann die Umzüge zum Stadion nicht verhindern. Die Stadt kann aber nun die Bewilligung für ein sogenanntes Hochrisikospiel mit Auflagen verknüpfen - und davon macht sie beim Cupfinal 2014 Gebrauch.

Gestaffelte Ankunft der Fanzüge

Die Anreisezeit der beiden Fan-Lager wurde festgelegt, ebenso Sammelplatz, Marschroute und der Zeitpunkt des Eintreffens im Stadion. "Bei der Bewilligung für die Fanmärsche kommen quasi die gleichen Rahmenbedingungen zum Tragen wie bei irgendeiner Kundgebung", sagte Nause.

Wer wann und wo den Umzug zum Stade de Suisse startet, ist noch nicht bekannt. Laut SBB-Sprecher Christian Ginsig treffen die Fanzüge beider Lager gestaffelt am Berner Hauptbahnhof ein.

Drei Extrazüge der FCZ-Anhänger kommen um 9.34, 9.36 und 10.06 Uhr in Bern an. Zwei Extrazüge aus Basel treffen um 11.34 und 11.36 Uhr ein. Die Fans beider Lager werden den Bahnhof via "Welle" am Westausgang verlassen müssen, die Bahnhofshalle bleibt für sie gesperrt.

Abreise von verschiedenen Bahnhöfen

Nach dem Match erfolgt die Rückreise der Basler Fans per Extrazug ab dem Bahnhof Wankdorf, die Zürcher Fans sollen in Ostermundigen den Extrazug besteigen.

Angepfiffen wird das Spiel am 21. April bereits um 14.00 Uhr. Die Fans hielten sich dadurch weniger lang in der Innenstadt auf und hätten um diese Zeit auch weniger Alkohol intus, sagte SFV-Generalsekretär Alex Miescher.

Im übrigen liege es im gemeinsamen Interesse von Stadt Bern und Verband, dass der Cupfinal friedlich über die Bühne gehe. Der SFV sei in die Verhandlungen gestiegen mit der Meinung, "dass ein behördlich verbotener Fanwalk möglicherweise mehr Probleme schafft als ein moderierter Fanwalk".

Werde ein Fanmarsch verboten, ignorierten die Fans womöglich die Extrazüge und gelangten im normalen Zugsverkehr zum Hauptbahnhof Bern. Das lasse sich nicht verhindern. Für die SBB sei dies laut Miescher "das schlimmste Szenario". Die nun getroffene Lösung sei weit besser.

Verband setzt Zeichen bei Sicherheitskosten

Ob sich der Verband an den Sicherheitskosten der Stadt Bern beteiligt, ist offen. Der SFV hat sich aber bereit erklärt, "je nach Ausgang des Anlasses" einen Beitrag bis zu 200'000 Franken zu leisten. Damit liesse sich ein Teil der Kosten tragen.

Traditionell ist der Cupfinal eigentlich "gebührenbefreit" - die Stadt Bern zahlt die ganzen Polizeikosten. Schon vor Jahresfrist hatte die Stadt auf eine Kostenbeteiligung gedrängt, war damit aber beim Verband abgeblitzt.

Nause und Miescher bekräftigten am Freitag vor den Medien, der Cupfinal gehöre in die Bundesstadt. Deshalb seien die "harten Verhandlungen auf Augenhöhe" gerechtfertigt gewesen. "Wir sprechen von einer 90-jährigen Sporttradition, dafür lohnt es sich zu kämpfen", sagte Miescher.

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