Mediennutzung

So nutzen Teenies ihr Smartphone

Eine repräsentative Studie zur Mediennutzung von Jugendlichen in der Schweiz zeigt: Das Handy ist heute meist ein Smartphone, das Buch auf dem Nachttischchen ein Fantasy-Roman, und Musik wird überwiegend via MP3 gehört.

Die James-Studie 2012, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden, beleuchtet das Medienverhalten von Schweizer Jugendlichen. Erstmals geben die Datensätze nicht nur Auskunft darüber, wie häufig die Jugendlichen welche Medien nutzen, sondern geben auch Einblick darin, welche Inhalte sie präferieren. Es zeigt sich: Schweizer Teenager stehen auf Zauberer, Fabelwesen und Vampire. Fast die Hälfte der Befragten gab an, gerne Fantasy-Bücher zu lesen. Mit Abstand am häufigsten genannt wurde die Romanreihe «Harry Potter». Am zweithäufigsten fand die Vampir-Saga «Twilight» Erwähnung. Während die «Twilight»-Liebesgeschichte eher Mädchen-Sache ist, finden beide Geschlechter am Zauberlehrling Harry Potter Gefallen. Die Fantasy-Geschichten sind auch als Filme sehr beliebt, beliebtester Film 2012 war allerdings «Titanic», der als 3D-Version in den Kinos lief. Bei den Fernsehserien führen amerikanische Produktionen die Rangliste an: «How I met your mother» steht vor «The Simpsons» und «Desperate Housewives».

CD-Hören ist out

Gemäss Resultaten der James-Studie ist CD-hören out: Nur noch 45 Prozent der Befragten hören Musik ab CD. 80 Prozent hören via MP3, 54 Prozent übers Radio Musik.
Erstmals wurde in der Erhebung der Print-Mediennutzung zwischen Gratis- und Abonnementzeitungen differenziert. 49 Prozent der Teenager lesen täglich oder mehrmals die Woche Gratiszeitung, 31 Prozent lesen eine Abonnementzeitung auf Papier. Nur 26 Prozent lesen hingegen Tageszeitungen online. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Jungen und Mädchen: Jeder dritte Junge, aber nur jedes vierte Mädchen liest online eine Tageszeitung.

Smartphones weit verbreitet

Blieb die Verbreitung von Mobiltelefonen seit 2010 konstant, gab es einen sprunghaften Anstieg bei der Smartphone-Rate: Hatte 2010 erst knapp die Hälfte der Jugendlichen ein Smartphone, waren es bei der Befragung im April 2012 bereits 79 Prozent. Dies ist im internationalen Vergleich hoch: In Deutschland besitzt beispielsweise nur knapp die Hälfte der Jugendlichen ein Smartphone.

Dieses nutzen die Teenies erst an dritter Stelle zum Telefonieren. Häufiger genannt wurde das Verschicken und Empfangen von SMS und das Nutzen des Geräts als Uhr. Zwei Drittel der Befragten benutzen das Smartphone mehrmals pro Woche zum Musikhören. Beliebteste Apps sind «WhatsApp» und die App von Facebook. Medienpsychologe Daniel Süss von der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), welche die Studie mit Unterstützung der Swisscom durchgeführt hat, sagt: «Mit WhatsApp als beliebtester Smartphone-App der Jugendlichen hat sich ein zusätzlicher Kommunikationskanal etabliert, der einen Gruppen-Chat auf dem Handy ermöglicht.»

Das Handy hat im Leben der Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Bei der Frage zu den «Freizeitaktivitäten nonmedial und medial» steht «Handy nutzen» an alleroberster Stelle, gefolgt von «Internet nutzen» und «MP3 hören». «Freunde treffen» und «Fernsehen» teilen sich Platz vier.

Private Daten besser geschützt

Beliebteste Websites der Schülerinnen und Schüler sind Facebook, YouTube und Google. Facebook konnte seine Stellung als beliebtestes soziales Netzwerk noch ausbauen. Drei Viertel der Jugendlichen haben ein eigenes Facebook-Profil. Bei Twitter sind inzwischen 11 Prozent angemeldet (2010: 4 Prozent). Bei Google+ haben 10 Prozent der Befragten ein Profil erstellt.

«Der mancherorts vermutete Mitgliederschwund von Facebook kann bei den Schweizer Jugendlichen nicht festgestellt werden», sagt Süss. Hingegen hat das Bewusstsein zum Schutz eigener Daten auf sozialen Netzwerken stark zugenommen: 84 Prozent schützen private Details aktiv. 2010 hatten erst 57 Prozent die Privatsphäre-Einstellungen aktiviert. Zwei Drittel der Befragten aktualisieren die Einstellungen regelmässig.

Die James-Studie wurde 2012 zum zweiten Mal durchgeführt. Eine erste Befragung durch die ZHAW war 2010 durchgeführt worden. Im April 2012 erfolgte die zweite Befragung: Erhoben wurden Daten von über 1000 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren in allen Landesteilen. «James» steht übrigens für «Jugend, Aktivität, Medien - Erhebung Schweiz».

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