Gotthard-Kantone

Sie reisen mit einem 20-Tonnen-Monolith an die Expo 2015 in Mailand

18 Quadratmeter gross, 20 Tonnen schwer: Für die Expo in Mailand haben die Gotthard-Kantone das Bergmassiv aus einem Granit-Monolith herausarbeiten lassen.Keystone

18 Quadratmeter gross, 20 Tonnen schwer: Für die Expo in Mailand haben die Gotthard-Kantone das Bergmassiv aus einem Granit-Monolith herausarbeiten lassen.Keystone

Die vier Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis werden an der Expo 2015 gemeinsam auftreten. Es ist eine gemeinsame Charme-Offensive in Mailand hinsichtlich der Eröffnung des Basistunnels im kommenden Jahr.

Eigentlich sind sie ja unterschiedlich, die vier Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis. Berge und Täler sorgten dafür, dass sich verschiedene Sprachen, Mentalitäten und Bräuche etabliert haben. Doch gerade deshalb sind die Gotthard-Kantone an der Expo 2015 in Mailand passende Repräsentanten der Schweiz. Giosia Bullo, die den Auftritt koordiniert, sagte an der Medienkonferenz vom Mittwoch: «Wir sind quasi eine kleine Schweiz – alle vier Landessprachen werden bei uns gesprochen.

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Neben dem Gotthard als Symbol der Region einigten sich die Kantone auf ein Thema: Wasser. Im Zentrum des Gotthard-Pavillons steht ein 20 Tonnen schwerer Monolith aus Granit, der die Bergregion massstabgetreu abbildet. Das 18 Quadratmeter grosse Relief dient als Wasserspiel, das die Flüsse Rhein, Reuss, Rhone und Ticino darstellt. Es verdeutlicht, welche Bedeutung den Gotthard-Kantonen mit ihren Quellen und Gletschern zukommt: Sie sind der Wasserspeicher für grosse Teile Europas. In Mailand setzen sie sich für einen nachhaltigen Umgang mit dieser Ressource ein.

Eine Chance für Uri

Von der auf den ersten Blick unpolitischen Botschaft «Wasserschloss Europa» könnte nicht zuletzt die Wasserlobby der Bergkantone profitieren. Steht hinter dem gemeinsamen Auftritt also die «Alpen-Opec», die sich etwa für die Erhöhung des Wasserzinses einsetzte? Helmut Ritz von der Walliser Dienststelle Wirtschaftsentwicklung verneint. Laut Emil Kälin von der Volkswirtschaftsdirektion Uri führte man im Vorfeld Gespräche darüber – verwarf sie aber schliesslich.

Die gemeinsame Wasserpolitik führt die Regierungskonferenz der Gebirgskantone, der gemeinsame Auftritt an der Expo entstand hingegen im Rahmen des Projekts San Gottardo 2020. «Wir wollen einander nicht ins Gärtchen trampen», sagt Kälin. An der Expo habe das Thema Wasser deshalb keinen politischen Hintergrund. Es gehe um die Nachhaltigkeit der Ressource Wasser.

Auf regionaler Ebene arbeiten die vier Kantone schon seit längerer Zeit zusammen. Mit dem 2008 lancierten Gemeinschaftsprojekt «San Gottardo» wollen sie die gemeinsame Regionalpolitik vorantreiben. Für alle Talschaften sei es wirtschaftlich schwieriger geworden, sagt Kälin. Die Expo in Mailand bietet den Gotthard-Kantonen jetzt also die Gelegenheit, für ihre Regionen zu werben – und sie in der wirtschaftlich starken Lombardei bekannter zu machen. Gerade für Uri sei das eine grosse Chance, betont Kälin. Denn mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Dezember des kommenden Jahres rücke die Lombardei noch einmal um eine Stunde näher.

Lesen Sie am Dienstag: So präsentiert sich die Schweiz an der Expo.

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