Sexualdelikte

Sexualstraftäter muss über Haftstrafe hinaus hinter Gittern bleiben

Das Gericht sah eine Rückfalllrisiko beim Täter

Das Gericht sah eine Rückfalllrisiko beim Täter

In der Waadt soll ein 68-jähriger Sexualstraftäter nachträglich verwahrt werden. Am 9. November hätte er seine Strafe abgesessen. Das Strafgericht Nyon hat nun aber entschieden, dass der Mann hinter Gitter bleiben muss. Ein Rekurs gegen das Urteil ist möglich.

Der Mann war 1998 zu elfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er die 11- und 16-jährigen Töchter seiner Freundin wiederholt missbraucht hatte. Obwohl der Mann inzwischen krank und geschwächt ist, wurde die Rückfallgefahr als beträchtlich beurteilt.

"Das Gericht kann das Risiko nicht eingehen, dass es weitere Opfer geben könnte", sagte Gerichtspräsident Pierre Bruttin. Die Massnahme sei hart, aber die öffentliche Sicherheit gehe vor.

Die Richter stützten sich auf einen als Folge der Verwahrungsinitiative ins Strafgesetzbuch aufgenommenen Artikel, der die nachträgliche Verwahrung unter bestimmten Bedingungen zulässt.

Nach Ansicht des Strafgerichtes ist sich der Verurteilte der Schwere seiner Taten nicht bewusst geworden. Obwohl er immer noch an psychischen Störungen leide, habe er sich nie behandeln lassen, sondern sich mit einer oberflächlichen Psychotherapie begnügt.

Das Gericht hielt es für erwiesen, dass bei dem Mann ein ernsthaftes Rückfallrisiko besteht, von dem die Richter bei der Verurteilung 1998 nichts wissen konnten. Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung dagegen war der Ansicht, dass die Rückfallgefahr sich deutlich vermindert hatte. Sie begründete dies mit dem Alter und der Krankheit des Mannes.

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