Der Basler Strafrechtsprofessor Mark Pieth hat sich im internationalen Kampf gegen Korruption einen Namen gemacht. So wurde er von der Fifa engagiert, um den Weltfussballverband zu reformieren. Und die Regierung von Panama liess sich von ihm beraten, um den Skandal der Panama Papers zu verarbeiten.

Doch nicht überall ist Pieths Mitarbeit erwünscht. Vom Schweizer Nationalfonds erhielt er 2016 eine Absage. Der Professor hatte sich im Namen der Universitäten von Basel und Kapstadt auf eine Ausschreibung für Forschungskooperationen der Schweiz und Südafrika gemeldet. Pieth stellte ein Gesuch für ein 333'000 Franken teures Projekt, das die Korruptionsbekämpfung der beiden Länder untersuchen sollte. Doch der Nationalfonds teilte Pieth mit, seinem Projekt mangle es an Klarheit im methodischen Bereich. Inhaltlich sei es zudem etwas unbestimmt. Es fehle ein klares Forschungsziel. Insgesamt sei es nicht so bahnbrechend wie andere Gesuche. Deshalb werde es nicht berücksichtigt.

Pieth hätte den Entscheid akzeptieren können, so wie seine Studenten damit leben müssen, wenn er manche ihrer Projektvorschläge nicht gut findet. Doch Pieth ging vor das Bundesverwaltungsgericht. Er warf dem Nationalfonds vor, einen willkürlichen Entscheid gefällt zu haben. Was er nicht schrieb, aber auf Anfrage mitteilt: Er vermutet, dass das Anti-KorruptionsProjekt aus politischen Gründen nicht erwünscht sei. Die Schweiz nähme wohl auf Befindlichkeiten der südafrikanischen Regierung Rücksicht. Das sei peinlich. Pieth fordert seine Kollegen auf, es ihm gleichzutun: «Forschende sollten häufiger den Rechtsweg beschreiten, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen.»

Bisher sind die meisten Schweizer Uni-Professoren aber zurückhaltender als Pieth. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre verzeichnet der Nationalfonds zehn Beschwerden pro Jahr.

Für Pieth brachte der Gang vor Gericht nur Spesen. Das Bundesverwaltungsgericht stellt mit Urteil vom Juli fest, von Willkür könne keine Rede sein. Tatsächlich fehle seinem Projekt ein konkretes Forschungsziel. Die Richter trösten Pieth damit, dass von den 89 Gesuchen nun mal lediglich 12 gutgeheissen wurden. Der Entscheid ist rechtskräftig, da er nicht vor dem Bundesgericht angefochten werden kann.

Pieth muss nun Verfahrenskosten von 4500 Franken bezahlen. Er sagt, er habe seine Beschwerde nicht mit seiner Universität abgesprochen und finanziere sie aus einer Kasse, die er mit Honoraren von Buchpublikationen und Vorträgen speise.