Ittenthal
Sechs Kandidaten für fünf Sitze

Für die neue Gemeinde Kaisten mit dem Ortsteil Ittenthal hat sich anfänglich «nur» der Gesamtgemeinderat von Kaisten zur Wahl gestellt. Jetzt ist die Kandidatenrunde mit Stefan Moser um einen Ittenthaler grösser.

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Stefan Moser

Stefan Moser

Aargauer Zeitung

Susanne Hörth

«Wer nicht über die Zukunft nachdenkt, wird nie eine haben.» Dieses Zitat von John Galsworthy leitete vor etwas mehr als einem halben Jahr eine Informationsveranstaltung zum geplanten Zusammenschluss von Kaisten und Ittenthal ein. Die Bevölkerung der beiden Dörfer hat sich längst Gedanken über die Zukunft gemacht und den Gemeindezusammenschluss genehmigt. Immer wieder waren in der jüngeren Vergangenheit Aussagen zu hören wie beispielsweise: «Kaisten übernimmt Ittenthal, Kaisten hat deshalb auch das Sagen.» Ob das der Grund war, weshalb für die kommenden Gemeinderatswahlen in einem ersten Schritt kein Kandidat aus dem künftigen Ortsteil Ittenthal bekannt gegeben wurde? Vielleicht. In Kaisten hingegen stellt sich der Gesamtgemeinderat zur Wiederwahl.

«Mein erster Entscheid, Nein zu einer Kandidatur zu sagen, fiel emotional», sagt Stefan Moser. Seit vier Jahren gehört er dem Ittenthaler Gemeinderat an. Teilweise habe er das Gefühl gehabt, dass in den Gesprächen, die mit dem Kaister Gemeinderat in Sachen Zusammenschluss geführt worden waren, die Ittenthaler Sicht nicht verstanden worden sei. «Mein Entschluss, nun doch zu kandidieren, basiert auf einer rein sachlichen Überlegung. Es ist wichtig, dass auch der Ortsteil Ittenthal im neuen Gemeinderat vertreten ist», so Stefan Moser. Diese Meinung teilen viele in der kleinsten Fricktaler Gemeinde. Entsprechend oft wurde Moser denn auch gebeten, sich zur Verfügung zu stellen.

Eine Bereicherung

Der 49-Jährige Ittenthaler bezeichnet seine bisherigen Erfahrungen im Gemeinderat als eine grosse Bereicherung. «Und auch sehr lehrreich. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Problemen der Bevölkerung empfinde ich als wichtig und gut.» Wie auch im Arbeitsleben, hier führt Stefan Moser als Agenturleiter bei einer Versicherung ein zehnköpfiges Team, müsse eine klare Trennung zwischen Gemeinderatsgeschäften und Persönlichem gemacht werden. Natürlich, so Moser, gebe es in einer grösseren Gemeinde mehr zu tun als in einer kleineren. Gleichwohl ist er sich sicher, dass ihm die Erfahrungen der vergangenen vier Jahre viel dienen können. Der Mehraufwand an Gemeinderatstätigkeit ist für ihn kein Problem.

«Emotionen kann man nicht fusionieren.» Mit dieser klaren Aussage zeigt Stefan Moser auf, dass trotz Fusion die Ittenthaler auch solche bleiben können, genauso wie die Kaister Kaister sein werden. Das Zusammenwachsen der Bevölkerung ist ein Prozess, der noch andauern wird.

Der Herausforderung, im Gemeinderat der gewachsenen Gemeinde Kaisten mitzuschaffen, stellt sich Stefan Moser gerne und mit viel Überzeugung. «Für mich steht ganz klar im Vordergrund, dass jeder Bürger ernst genommen wird», so der Ittenthaler und er betont: «Ein grosser Wunsch von mir ist es, dass sich die Bevölkerung mit dem Gemeinderat identifizieren kann. Nur wenn dieser authentisch rüberkommt, gelingt dies wirklich.»

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