Waffenerwerb

Schweizer kaufen weniger Waffen – drei Kantone scheren aber aus

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Die Kantone haben im vergangenen Jahr weniger Waffenerwerbsscheine ausgestellt. Besonders stark zurückgegangen ist das Interesse an bewilligungspflichtigen Waffen in den Kantonen Genf und Zürich.

Sagt das Stimmvolk in drei Wochen Ja zur Verschärfung des Waffenrechts, dann sind halbautomatische Waffen mit einem grossen Magazin künftig verboten und nur noch mit einer Ausnahmebewilligung erhältlich. Ausgenommen von der Neuerung sind Ordonnanzwaffen, die von Armeeangehörigen nach dem Dienst übernommen werden.

Heute sind halbautomatische Gewehre und Pistolen lediglich bewilligungspflichtig, man bekommt sie mit einem Waffenerwerbsschein. Das entsprechende Gesuch muss beim Kanton eingereicht werden.

2018 hat das Interesse an diesen Waffenscheinen etwas nachgelassen, wie eine Umfrage unter den Kantonspolizeien zeigt. Diese sind für den Vollzug des hiesigen Waffenrechts verantwortlich. Demnach haben die Kantone im vergangenen Jahr rund 33'700 Bewilligungen erteilt. Das ist ein Rückgang von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr, in welchem über 36'000 Waffenerwerbsscheine ausgestellt worden waren.

Besonders stark war der Rückgang mit rund 34 Prozent in Genf. Auch die Zürcher wollten deutlich weniger Waffen erwerben: Die Zahl der Bewilligungen sank dort von fast 5000 auf etwas über 4000.

Elf Kantone melden eine Zunahme

Der langjährige Trend zeigt aber nach oben, wie mehrere Kantone bestätigen. Grundsätzlich sei die Zahl der Waffenerwerbsscheine in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, teilt die Kantonspolizei Baselland mit. Elf Kantone haben auch im vergangenen Jahr mehr Waffenkäufe bewilligt als 2017. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten etwa die Kantone Ob- und Nidwalden sowie Neuenburg. Als mögliche Gründe nennt der Sprecher der Kantonspolizei Baselland das Bedürfnis nach Selbstschutz, das allgemeine Sicherheitsgefühl sowie die tieferen Preise.

In den Augen der SP ist dies eine besorgniserregende Entwicklung. Denn mit dem Anstieg der Waffenkäufe steige die Zahl der Schusswaffentoten, schreibt die Partei. Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2016, als 229 Personen durch Schusswaffen ums Leben kamen – in neun von zehn Fällen handelte es sich dabei um einen Suizid. Doch hätte ein Ja zum revidierten Waffenrecht tatsächlich eine Auswirkung auf die Zahl der erworbenen Schiesswaffen, wo doch das Prokomitee von «minimen Anpassungen» mit wenigen Betroffenen spricht?

Gemäss SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf (ZH) handelt es sich nur für aktive Schützen um eine geringfügige Änderung. «Wer aber nicht regelmässig schiesst, wird keine Ausnahmebewilligung für eine halbautomatische Waffe bekommen.» Zumindest von dieser Waffenkategorie würden gemäss Seiler Graf weniger Exemplare im Umlauf sein.

Gemäss dem geltenden Waffengesetz darf der Erwerb von Halbautomaten nur verweigert werden, wenn einer der folgenden Hinderungsgründe vorliegt: Die Person ist minderjährig oder nicht handlungsfähig und es gibt Hinweise auf eine Eigen- oder Drittgefährdung. Weiter liegt ein Hinderungsgrund vor, wenn jemand wegen gewalttätiger oder gemeingefährlicher Handlungen oder wiederholter Verbrechen oder Vergehen im Strafregister eingetragen ist. Ausserdem dürfen Staatsangehörige mehrerer Balkanstaaten sowie der Türkei, Sri Lanka und Algerien grundsätzlich keine Waffen erwerben.

Bis zu drei Waffen mit einer einzigen Bewilligung

Die Zahl der ausgestellten Waffenscheine ist nicht deckungsgleich mit der Zahl der erworbenen Waffen. Zum einen verfallen einige der jeweils sechs Monate gültigen Scheine ungenutzt. Gemäss der Kantonspolizei Neuenburg beträgt der Anteil der nicht genutzten Bewilligungen 10 bis 15 Prozent. Zum anderen lassen sich mit einem Waffenschein bis zu drei Waffen erwerben, sofern dies gleichzeitig und bei ein und demselben Verkäufer geschieht.

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