Bundesgericht

Schweiz bewilligt Auslieferung: Tierquäler aus Zug wird der Prozess gemacht

Mäuse, Vögel und Reptilien soll der Deutsche laut der Münchner Staatsanwaltschaft «unter erbarmungswürdigen Umständen» gehalten haben.

Mäuse, Vögel und Reptilien soll der Deutsche laut der Münchner Staatsanwaltschaft «unter erbarmungswürdigen Umständen» gehalten haben.

Er soll 81 Tieren erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt und drei Tiere grundlos getötet haben: Ein im Kanton Zug lebender Deutscher wird definitiv in sein Heimatland ausgeliefert, wo ihn wegen Tierquälerei eine Haftstrafe erwartet.

Dem in Deutschland als «Spinnenmann» bekannten, selbst ernannten Forscher werfen die deutschen Gerichte mehrfachen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz und Tierquälerei vor. Das Amtsgericht Böblingen und das Amtsgericht München verurteilten den 46-Jährigen deshalb zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten.

Auch das Amtsgericht Ebersberg (D) ermittelt seit einiger Zeit gegen den Deutschen; er soll 81 Wirbeltieren länger anhaltende, erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt und drei Tiere ohne vernünftigen Grund getötet haben. Als Wiederholungstäter droht ihm nun eine längere Freiheitsstrafe.

Keine Immunität

Im April 2014 ersuchte das bayerische Staatsministerium der Justiz um Auslieferung des Tierquälers, der seit einiger Zeit im Kanton Zug wohnt. Mitte Mai wurde der Deutsche durch die Staatsanwaltschaft Zug zum Auslieferungsbegehren befragt. Dabei erklärte er, mit einer Auslieferung nicht einverstanden zu sein.

Als Attaché der Delegation von Sierra Leone bei der Unesco geniesse er Immunität. Er argumentierte unter anderem, im Auftrag der Regierung von Sierra Leone an Malaria-Medikamenten zu arbeiten.

Das Bundesamt für Justiz verwarf jedoch diesen Einwand und bewilligte die Auslieferung. Nach dem Bundesstrafgericht in Bellinzona hat nun auch das Bundesgericht entschieden, dass dieses Vorgehen korrekt ist und der Deutsche keine Immunität geniesst. Der Mann sitzt bereits in Auslieferungshaft.

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