Alessandra Paone

Dunkle Wolken ziehen auf für das Kantonsspital Laufen. Fassten die rund 200 Angestellten vor zwei Monaten noch Mut, müssen sie jetzt erneut um ihre Zukunft bangen. Die FDP Baselland weist nämlich die von der Regierung ausgearbeitete Vorlage zur Zusammenlegung des Kantonsspitals Laufen mit dem Kantonsspital Bruderholz zu einer «kompletten Überarbeitung» an die Regierung zurück und fordert «weitere Abklärungen». Dies teilten die Baselbieter Freisinnigen gestern mit - ihre offizielle Vernehmlassungsantwort steht jedoch noch aus. Die Vernehmlassung läuft bis Ende Juli.

In der Vorlage werde nur eine Lösung vorgestellt, sagt der Baselbieter FDP-Präsident Michael Herrmann. Es fehle eine Analyse möglicher Varianten. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Zusammenlegung der beiden Spitäler», betont Herrmann. Auch sei ihre Stellungnahme nicht als Aufforderung zu verstehen, das Spital Laufen zu schliessen. Doch bei der aktuellen Situation im Gesundheitswesen mit den stets steigenden Kosten dürfe nicht überschnell gehandelt werden. «Jede Entscheidung muss gut überlegt sein», sagt Herrmann.

Herrmanns Parteikollegin und Landrätin Judith van der Merwe doppelt nach: «Die Regierung begründet ihren Vorschlag gar nicht.» Zudem bringe die vorgeschlagene Lösung weder Synergien noch Qualitätssteigerungen. Weiter kritisieren die Freisinnigen die mangelnde Gesamtschau: Die regionale Spitalplanung werde in keinster Weise berücksichtigt. Peter Zwick sei ihr eigentlich als breit denkender Regierungsrat bekannt, bemerkt van der Merwe. Nur müsse er seine Gedanken nicht nur im Kopf weiterspinnen, sondern auch darlegen. Die FDP glaubt nicht, dass das Spital Laufen von der Zusammenlegung profitieren kann. Denn: Bleiben die Fallkostenpauschalen weiterhin tief, sei eine Schliessung des Standortes unabdingbar.

Göschke ist für Schliessung

Sehr gut kommt die Reaktion der Freisinnigen bei den Grünen an: «Ich bin wirklich froh, weist die FDP das Geschäft an die Regierung zurück», sagt Madeleine Göschke. Die Fraktionspräsidentin der Grünen geht aber noch einen Schritt weiter und fordert statt einer Überarbeitung der Vorlage die Überweisung ihres hängigen Postulats. In diesem legt sie der Regierung nahe, die Schliessung des Spitals Laufen ins Auge zu fassen. Anstelle des jetzigen Spitals kann sich Göschke zum Beispiel eine Notfallstation vorstellen. «Ich bin auf jeden Fall für ein Grundversorgungsangebot in Laufen, ein Akutspital können wir uns aber nicht leisten.»

Hinter der regierungsrätlichen Vorlage stehen ganz klar die SP- und die SVP-Fraktion. Die vorgeschlagene Massnahme sei die einzige praktikable Lösung, sagt SP-Fraktionspräsident Daniel Münger. «Wir unterstützen die Zielsetzung der Regierung, den Standort Laufen zu sichern», berichtet SVP-Fraktionspräsident Thomas de Courten. Gesundheitschef Peter Zwick verzichtet vor Vernehmlassungsende auf eine Stellungnahme.