„Familien mit ausländischem Hintergrund kennen Verbände wie die Jubla oft gar nicht“, sagt Rahel Erni, die das Projekt bei der Jungwacht leitet, der „Schweiz am Sonntag“. In der Jubla herrsche kein Leistungsdruck, Spiel und Spass stünden im Vordergrund. Da in Familien mit Migrationshintergrund aber oftmals Resultate zählten, schickten sie ihre Kinder eher in den Fussballclub als in die Jubla.

Neben der direkten Ansprache von Eltern sensibilisiert die Jubla ihre Leiter nun in der Ausbildung – und hat zusammen mit den anderen Jugendverbänden die Plattform Varietà zu Migrationsfragen erarbeitet. Im Kanton Zürich beteiligen sich Jubla, Cevi und Pfadi gemeinsam an einem seit Februar laufenden Pilot-Projekt zur besseren Integration von Migrantenkindern. Die Pfadi als grösster der drei Verbände gibt zudem eine wissenschaftliche Studie in Auftrag, welche die Hindernisse der Migranten auf dem Weg in die Pfadi aufzeigen soll.

Unterschiedliche Werte

Ein Pilotprojekt im Tessin zeigte allerdings Grenzen auf. In Lugano arbeitete die Pfadi letztes Jahr eng mit der islamischen Gemeinschaft und dem Imam zusammen. „Sehr konkrete und in gewissen Punkten gegenüber der Pfadi sehr unterschiedliche Werte“ hätten zu einem langwierigen Vertrauensbildungsprozess geführt, heisst es in einem Bericht zum Projekt, aus dem die Zeitung zitiert. Das habe zu starken Einschränkungen der Pfadiaktivität geführt. Es sei deshalb wichtig, sich in einem ersten Schritt auf Gruppen zu konzentrieren, mit denen schon gute Erfahrungen gemacht worden seien. „Streng religiöse Gruppen sind vermutlich eher schwer zu erreichen, wenn die Pfadiabteilung nicht oder nicht gleichgläubig religiös ist“, heisst es im Bericht.