Bern

Per Mausklicks Berufe erkunden

Zufrieden die Schülerinnen Thu Van Ngo (r.) und Jana Zbinden finden myBerufswahl cool. (Bild: uz)

Internetplattform

Zufrieden die Schülerinnen Thu Van Ngo (r.) und Jana Zbinden finden myBerufswahl cool. (Bild: uz)

Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen erhalten eine zusätzliche Hilfe bei der Berufswahl: Der Kanton Bern hat als erster die neue, interaktive Internetplattform myberufswahl aufgeschaltet. Sie führt die Jugendlichen in sieben Schritten zu einer erfolgreichen Berufswahl.

Bruno Utz

Welcher Beruf entspricht meinen Fähigkeiten und Interessen am ehesten? Mit solchen Fragen müssen sich Jugendliche ab der 7. Klasse befassen. Zur Beantwortung dieser und vieler anderer Fragen im Rahmen der Berufswahl erhalten Jugendliche nun eine zusätzliche Hilfe. Als Pilotkanton hat Bern die Internetplattform myberufswahl aufgeschaltet. «Sie führt in sieben Schritten zum Erfolg in der Berufswahl», versprach gestern Willi Schweizer von der SDBB vor den Medien (vergleiche Kasten). Entwickelt wurde myberufswahl durch das Schweizerische Dienstleistungszentrum Berufsbildung, Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SDBB), der Erziehungsdirektion des Kantons Bern und der Post, welche in 15 Berufen rund 1600 Lehrlinge ausbildet.

Erinnerungsmails auch für die Eltern

Die Internetplattform ist für alle offen. Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen erhalten jeweils spezifische Informationen und Hilfestellungen. Die Jugendlichen finden interaktive Instrumente und Spiele, die ihnen helfen ihre Interessen und Fähigkeiten einzuschätzen. Per Mausklicks können sie die verschiedenen Bildungswege erkunden und sich über Ausbildungen und Berufe informieren. In einem Logbuch halten sie alle Erkenntnisse und Informationen fest. Dieses dient als Grundlage für Gespräche mit den Lehrpersonen und/oder den Berufsberatern. Das Logbuch kann von den Eltern eingesehen werden. «Aber nur wenn die Jugendlichen ihnen das persönliche Passwort verraten», wie Daniel Kohli, Schulleiter Bethlehemacker, erklärte. Angemeldet, werden sie wie die Jugendlichen regelmässig mit Erinnerungsmails informiert, welcher Schritt gerade ansteht. Kohli hofft, dass die Eltern die Gelegenheit packen und «die ihnen zustehende Hauptverantwortung bei der Berufswahl übernehmen».

Laut Schweizer ist myberufswahl flexibel. Wiederholungen einzelner Schritte seien jederzeit möglich, die Einhaltung der Reihenfolge empfehle er jedoch.

Schüler finden Plattform cool

Vier 14-jährige Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse demonstrierten die Anwendung von myberufswahl. «Ich finde das eine gute Sache und wäre froh gewesen, wenn es die Plattform schon früher gegeben hätte», sagte danach Thu Van Ngo. Ihre Kollegin, Jana Zbinden, lobte die «sehr gute Gestaltung.» «Die Smilies machen aus der an sich ernsten Sache eine coole.» Das Medium Internet sei super und entspreche den Jugendlichen», doppelte Ngo nach.

Weitere Kantone folgen im Herbst

Gemäss Chester Romanutti, stellvertretender Direktor SDBB, geht myberufswahl bis Ende Jahr in die Evaluation. Bereits im Herbst sollen jedoch weitere Kantone einsteigen, die die Inhalte wie Bern mit eigenen Angeboten ergänzen wollen. Eine französische Fassung sei fürs 2010 geplant. Romanutti: «Wir denken zudem über eine Weiterentwicklung der Plattform in Richtung Studienwahl nach.»

www.myberufswahl.ch

Meistgesehen

Artboard 1