Bundesplatz

Parlamentarier beklagen sich über den Rummel auf dem Bundesplatz

Würdevoller Umgang gepflegt: Ständeräte verabschieden sich.

Würdevoller Umgang gepflegt: Ständeräte verabschieden sich.

Den Parlamentariern wirds zu bunt. Die neueste Sorge der Ständeräte betrifft den Ort, den sie ständig passieren müssen: Der Bundesplatz verkomme zum Rummelplatz beklagen sie und sehen den «würdevollen Politbetrieb» gefärdet.

Es geschah letzte Woche: Einmal mehr stieg auf dem Berner Bundesplatz ein Event. Ein grosses Zelt versperrte Parlamentariern und sogar ausländischen Delegationsmitgliedern den Weg. Sie mussten auf den Hintereingang ausweichen.

FDP-Ständerat Pankraz Freitag passte das ganz und gar nicht. Allmählich wird der Rummel auf dem Bundesplatz dem Glarner zu bunt. Besonders dann, wenn Lärm durch jene Fenster ins Stöckli dringt, die dem Bundesplatz zugewandt sind.

Deshalb will Freitag, dass Bern weniger Veranstaltungen auf dem Bundesplatz bewilligt. Das meldete Radio DRS. Die Stadt müsse einen würdevollen Politbetrieb garantieren, so Freitag.

Vom Parkplatz zum edlen Wasserspiel

Noch vor zehn Jahren diente der Bundesplatz als Parkplatz. Just mit Würde wollte man ihn ausstatten, als man edlen Valser-Granit verlegte und aus dem Parkplatz ein Wasserspiel machte. Wo Motoren heulten, kreischen seither planschende Kinder, johlen Zuschauer von Sportanlässen oder dröhnt Musik an Konzerten.

Von Freitags Forderung hält Berns Stapi Alexander Tschäppät wenig. Im Gegenteil: Tschäppät wäre nicht Tschäppät, wenn er einen Spiess nicht umzudrehen und für seine Stadt mehr Geld einzufordern wüsste.

Wer Bern mehr Pflichten auferlegen wolle, müsse auch über die finanziellen Beträge verhandeln, mit denen der Bund die Leistungen der Bundesstadt abgelte, sagte er im Radio. Verwundert reibt man sich die Augen: Ausgerechnet Gewerblern bricht der SP-Stadtpräsident eine Lanze. Sie trügen die Last, wenn für Staatsempfänge ganze Strassenzüge abgesperrt würden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1