In der Tendenz sind die Westschweizer weniger gefährdet, an einem Herzinfarkt zu sterben, als die Ostschweizer, zeigt die Studie. Besonders schlechte Werte haben die Kantone Appenzell-Ausserrhoden und St. Gallen: Die Herzinfarkt-Sterbeziffer für das Jahr 2013 beträgt in Appenzell-Ausserrhoden 46 Personen pro 100'000 Einwohner. St. Gallen liegt mit 43 Todesfällen pro 100'000 Einwohner auf dem zweiten Platz der Negativ-Rangliste. In Genf hingegen gab es 2013 nur gerade 21 Todesfälle pro 100'000 Einwohner. In Freiburg waren es 22 Fälle.

Gemäss dem Herzinfarkt-Atlas der „SonntagsZeitung“ beträgt die durchschnittliche Sterbeziffer in der Schweiz 29 Todesfälle pro 100'000 Einwohner. Jährlich sterben hierzulande mehr als 2000 Menschen an einem Herzinfarkt. Die Zahlen nehmen seit einigen Jahren kontinuierlich ab. 

Die Unterschiede zwischen den Kantonen können keine Zufälligkeiten sein, die bloss im Jahr 2013 aufgetreten sind. Die Obsan-Zahlen erfassen das Herzinfarkt-Sterberisiko seit 2008. In Genf ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, schon immer tief gewesen. Hingegen wiesen Appenzell-Ausserrhoden und St. Gallen im gesamten Untersuchungszeitraum hohe Werte aus.

Experten haben für die markanten Unterschiede mehrere Erklärungen. Zum einen spielen die klassischen Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, wenig Bewegung, Rauchen und Übergewicht eine Rolle. Vermutlich leben demnach Genfer gesünder als Appenzell-Ausserrhoder oder St. Galler. Eine Rolle spielt aber auch die Qualität des Rettungswesens.