Solar-Energie
Öko-Strom aus Solarzellen über Schweizer Autobahnen sollen AKW ersetzen

Solarzellen-Dächer auf Autobahnabschnitten von 750 Kilometer Länge: Dieses spektakuläre Projekt soll so viel Strom erzeugen wie das heutige AKW Gösgen - und damit 15 Prozent des schweizerischen Stromverbrauchs decken.

Merken
Drucken
Teilen

Ein Westschweizer Konsortium will 750 der total 2200 Schweizer Autobahn-Kilometer mit Solarpanels überdachen. Eine Pilotstrecke von 1 Kilometer soll in spätestens 18 Monaten im Wallis gebaut werden. Dieser Versuch habe gute Chancen, heisst es beim Bundesamt für Strassen (Astra): «Wir sind sehr gespannt, freuen uns, legen ihm keine Steine in den Weg. Wir unterstützen das Pilotprojekt im Rahmen unserer Möglichkeiten», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach gegenüber dem «Sonntag».

Finanzierung für den Pilot-Kilometer bereits gesichert

Der Pilot-Kilometer wäre mit Abstand die grösste Solaranlage der Schweiz, sagt Laurent Jospin, Chef des Solarunternehmens Servipier AG, der seit sechs Monaten mit dem Architekten Arnold Dürig von der Interbau GmbH und dem Ingenieur Fabrice Borer von der Revaz SA am Projekt arbeitet. Die Finanzierung für den Pilot-Kilometer ist bereits gesichert: «Wir haben private Investoren», betont Jospin. Der Bund müsse nur den Strassenabschnitt zur Verfügung stellen.

20 Millionen pro Kilometer

Das Konsortium rechnet mit Baukosten von rund 20 Millionen Franken pro Kilometer - oder mit 15 Milliarden Franken für die ganze Anlage. Unterstützung erhalten die drei Unternehmer von ganz oben: «Solarzellen bei Autobahnen stören nicht so wie anderswo», sagt Energieministerin Doris Leuthard. «Es ist eine spannende Idee, die wir im Astra anschauen.» Sukkurs kommt auch von CVP-Präsident Christophe Darbellay, der seine Partei als Atom-Ausstiegspartei umpositioniert hat: «Die Idee ist brillant, sie funktioniert», so Darbellay.