Öffentlicher Verkehr
Frau ärgert sich über Gruppe ohne Maske im Zug – die Reaktion der SBB gibt zu reden

Eine Zugreisende begegnete auf ihrer Fahrt von Zürich nach Hannover gleich einer ganzen Gruppe, die ohne Maske unterwegs war. Der Zugbegleiter blieb allerdings stumm. Die Reaktion der SBB auf den Vorfall sorgt nun für Diskussionen.

Drucken
Nicht alle tragen im Zug die Maske so vorbildlich wie diese Frau.

Nicht alle tragen im Zug die Maske so vorbildlich wie diese Frau.

Bild: Keystone

Nicht alle Passagiere halten sich an die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Einige schaffen es nicht, die Maske über die Nase zu ziehen, andere lassen sie gleich ganz weg.

Eine Frau, die kürzlich im Zug von Zürich nach Hannover unterwegs war, soll gleich einer ganzen Gruppe begegnet sein, die ohne Maske unterwegs war. Das berichtet zumindest Twitter-User «Max. de Menz».

Der Zugbegleiter sei stumm geblieben und habe sie nicht auf die Maskenpflicht hingewiesen. Auf der deutschen Seite sei die Gruppe dann rigoros aus dem Zug befördert worden, schreibt er weiter.

Der Tweet fand einiges an Beachtung, auch die SBB wurde darauf aufmerksam. In einer Antwort schrieb sie, dass jeder selber dafür verantwortlich sei, eine Maske im öffentlichen Verkehr zu tragen. Es würden keine Maskenkontrollen durchgeführt. «Allfällige Bussen verteilt nur die Kantons-, Stadt-, oder Gemeindepolizei.»

Die Reaktion der SBB löste eine grosse Diskussion darüber aus, ob das Zugpersonal bei Maskenverweigerern etwas tun kann oder sogar muss.

Ein Twitter-User, der von sich behauptet, er sei selber SBB-Mitarbeiter, meinte, es würden sehr wohl Kontrollen durchgeführt. Das Zugpersonal würde auch Maskenverweigerer an die Polizei übergeben.

Ein User schreibt, er verstehe durchaus, dass dies mühsam sein könne. Er weist aber darauf hin, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Kontrollen durch das Verkehrspersonal vorgesehen habe.

Ein weiterer User macht die SBB auf ihr eigenes Schutzkonzept aufmerksam. Dort steht: «Die Mitarbeitenden des öV machen die Kundinnen und Kunden auf die geltende Maskenpflicht aufmerksam (z.B. Durchsagen, persönliche Ansprache), analog wie dies heute der Fall ist z.B. bei ungebührlichem Verhalten.»

Die Verantwortung der Durchsetzung liege zwar nicht bei den Mitarbeitenden des öffentlichen Verkehrs. Aber: «Das mit der Kontrolle von Fahrausweisen beauftragte Personal kann Personen ohne Maske dazu auffordern, bei der nächsten Haltestelle auszusteigen.»

Eine Busse ausstellen ist indes nicht Aufgabe des Zugpersonals. Im Schutzkonzept heisst es weiter:

«Weitergehende Kompetenzen haben die Sicherheitsorgane gemäss Bundesgesetz über die Sicherheitsorgane der Transportunternehmen im öffentlichen Verkehr (BGST, SR 745.2), d.h. der Sicherheitsdienst und die Transportpolizei.

Diese haben u.a. die Aufgabe, für die Beachtung der Transport- und Benützungsvorschriften zu sorgen (Art. 3 Abs. 1 Bst. a BGST). Sie können Personen, die sich vorschriftswidrig verhalten, anhalten, kontrollieren und wegweisen (Art. 4 Abs. 1 Bst. b BGST). Wer Anordnungen dieser Personen zuwiderhandelt, wird mit Busse bestraft.»

Aufgrund der vielen Reaktionen äusserte sich die SBB am Samstagmorgen erneut zum Thema. Sie schrieb, die Durchsetzung liege nicht bei den Mitarbeitenden des öffentlichen Verkehrs.

Auch nach diesen zwei Tweets wurde weiter diskutiert, weshalb die SBB am Samstagnachmittag abermals Stellung nahm. Der erste Tweet sei irreführend gewesen, so die SBB. Die Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter würden die Reisenden durchaus auf die Maskenpflicht aufmerksam machen. Somit dürfte die Sache geklärt sein.

(watson.ch/cma)

Aktuelle Nachrichten