Fumoirs
Noch sind Fumoirs für Baselbieter Beizer kein Thema

Die Lokale sollen rauchfrei werden, doch die Beizer in Stadt und Land warten erst mal weiter ab

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Rauchverbot

Rauchverbot

Schweiz am Sonntag

Von Daniel Ballmer

Eigentlich ist Bruno Gruber nicht erstaunt. «Uns liegen derzeit keine konkreten Anfragen zu Fumoirs vor», sagt der Geschäftsführer von GastroBaselland. Kurz nachdem das Baselbieter Volk am 17. Mai das Rauchverbot in allen öffentlichen Lokalen mit einem Ja-Stimmenanteil von zwei Dritteln abgesegnet hatte, hat der Gastroverband für seine Mitglieder eine Hotline eingerichtet.

Doch: Auch drei Monate nach der Abstimmung tut sich in der Baselbieter Gastroszene nichts - gar nichts. «Wir rechnen damit dass uns erst nächstes Jahr Anfragen erreichen», sagt Gruber.

Nicht viel anders tönt es beim Baselbieter Bauinspektorat. Zwar gebe es immer wieder Lokale, die Umbauten vornehmen würden, «bisher haben uns aber keine konkreten Reaktionen auf die Abstimmung erreicht», sagt Bauinspektor Andreas Weis. Sprich: Bis heute ist im Baselbiet seit dem Urnengang kein einziges Baugesuch zur Erstellung eines Fumoirs eingereicht worden. Weis kann sich lediglich an ein einziges Restaurant erinnern, das bereits im Vorfeld zur Abstimmung einen Anbau getätigt hat, welcher nun als Fumoir genutzt werde.

Blickt man nach Basel, erstaunt das geringe Interesse kaum mehr. Im Stadtkanton hat das Volk der Initiative «Schutz vor Passivrauch» bereits im September 2008 zugestimmt. Das Rauchverbot in Restaurants tritt am 1. April 2010 in Kraft - neun Monate früher als in Baselland. Doch auch hier sind bisher gerade mal drei Baugesuche für Fumoirs eingereicht worden. Auch die Hotline zur Beantwortung von Fragen wird kaum in Anspruch genommen.

«Bisher sind erst 35 Anrufe eingegangen. Davon waren nur drei mit konkreten Fragen zur Erstellung eines Fumoirs», sagt Bauinspektorin Luzia Wigger Stein. Prognosen zur weiteren Entwicklung wagt sie heute kaum mehr. Noch vor ein paar Monaten aber hatte sie sich überzeugt gezeigt, dass für viele der 1. April 2010 einfach noch viel zu weit weg ist. «Je näher das Datum rückt, desto grösser wird das Interesse der Wirte sein.»

Gruber von GastroBaselland ortet das Problem vielmehr auf Bundesebene: «Die meisten Gastrounternehmer warten mit Investitionen, weil noch bis am 4. September die Anhörungsfrist zum nationalen Gesetz läuft.» Erst wenn dort die Ausführungsbestimmungen klar geregelt sind, würden die Unternehmer allfällige Umbauten und Anpassungen vornehmen.

«Es ist derzeit nicht sinnvoll, aufgrund der kantonalen Gesetzgebung etwelche Investitionen zu tätigen, wenn nächstes Jahr eventuell noch eine verschärfte Bundeslösung auf den Tisch kommt.» Noch aber sei schwer abzuschätzen, wann diese eingeführt wird. Gerade den Basler Gastrobetreibern droht so, die Zeit davonzulaufen.

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