Hells Angels

Neustart des Prozesses gegen Hells Angels vor Bundesstrafgericht

Prozessbeginn für die Hells Angels vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona

Prozessbeginn für die Hells Angels vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona

Vor dem Bundesstrafgericht hat die Fortsetzung des Prozesses gegen drei Hells Angels und einen früheren Chef der Rockergruppe begonnen. Ein erster Anlauf war im vergangenen Herbst wegen dem Beweismittel-Chaos der Bundesanwaltschaft gescheitert.

Der erste Prozess gegen die vier Männer wurde im Oktober 2011 am ersten Verhandlungstag abgebrochen. Die Bundesanwaltschaft (BA) wurde vom Gericht aufgefordert, Beweismittel zu ergänzen und neu zu ordnen. Dabei ging es hauptsächlich um Telefonabhörungen und Raumüberwachungen, auf welche die BA ihre Vorwürfe stützt.

Hanfhandel und Raubvorbereitung

Am Dienstagmorgen ist der Prozess nun fortgesetzt worden. Geplant sind drei Verhandlungstage. Das Urteil wird erst am 18. September verkündet. Die Anklage lautet auf qualifizierte Drogendelikte, versuchte Erpressung und Freiheitsberaubung sowie Entführung und strafbare Vorbereitungshandlungen zu einem Raub.

Hauptangeschuldigter ist ein früherer Präsident des Hells Angels MC Zürich, der mittlerweile nicht mehr dem Motorradklub angehört. Er soll bei allen mutmasslichen Delikten mit von der Partie gewesen sein. Die anderen Beschuldigten haben sich laut BA jeweils nur an einzelnen Taten als Mittäter oder Gehilfen beteiligt.

Keine Hinweise auf kriminelle Organisation

Drei der Beschuldigten wird angelastet, 2003 mehrere hundert Kilogramm Hanf aus dem Raum Aarberg BE geerntet, gelagert, verarbeitet und teilweise verkauft zu haben. Ein weiterer Anklagepunkt betrifft Vorbereitungen für einen letztlich nicht ausgeführten Raubüberfall auf einen Protectas-Geldtransporter.

Einzig an den Ex-Präsidenten richtet sich der Vorwurf der versuchten Erpressung eines Bordellbesitzers. Die BA hatte Ende 2010 eingestehen müssen, dass ihr ursprünglicher Ermittlungsansatz, wonach es sich bei den Hells Angels Zürich um eine kriminelle Organisation handle, nicht habe erhärtet werden können.

Sie erhob in der Folge nur Anklage gegen fünf einzelne Exponenten des Klubs. Die Polizei hatte 2004 gegen die Zürcher Hells Angels in einer grossangelegten und medienwirksam durchgeführten Aktion Hausdurchsuchungen durchgeführt und Verhaftungen vorgenommen. (sda)

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