Militärflugplatz Meiringen

Neuer Ärger für Ueli Maurer: Berner Regierung will Flugverbot

Die bernische Regierung verlangt vom Bund zusätzliche Massnahmen zum Schutz vor Fluglärm rund um den Militärflugplatz Meiringen. Beispielsweise brauche es eine flugfreie Zeit für den Jetbetrieb von mindestens vier Monaten.

Diese flugfreie Zeit sei auf den Februar sowie auf die Sommer- und Herbstferien zu legen, schreibt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme zum Objektblatt Militärflugplatz Meiringen. Weiter hält der Regierungsrat an seiner Forderung fest, die jährlichen Flugbewegungen der Jets auf höchstens 4000 zu begrenzen.

Das Militärdepartement will hingegen weiterhin 5000 Flugbewegungen pro Jahr durchführen können. Dies sei unabdingbar, sonst könne die Luftwaffe ihren Auftrag womöglich nicht erfüllen, hiess es zuvor von Seiten des VBS. Es lehnte auch eine längere Sommerpause ab. Diese sei immerhin bereits von vier auf acht Wochen verlängert worden.

FA/18 üben auf dem Flugplatz in Meiringen

Hier üben FA/18 in Meiringen

Auch für Verständnis sorgen

Die bernische Kantonsregierung hat weitere Forderungen formuliert, wie sie am Montag bekanntgab. So soll die Armee Kompensationsmassnahmen prüfen, um den Militärflugplatz besser in der Region einzubinden und das Verständnis in der Bevölkerung zu fördern.

Möglich wäre demnach eine Verlegung des Gebirgsausbildungszentrums nach Meiringen oder die Ansiedlung von neuen und «stillen» Arbeitsplätzen.

Der Regierungsrat unterstütze grundsätzlich den Weiterbetrieb des Militärflugplatzes Meiringen, heisst es in der Mitteilung. Wichtig sei der Flugplatz etwa als Arbeitgeber mit rund 200 Stellen für hochqualifizierte Angestellte und 25 bis 30 Lehrstellenplätzen. Doch brauche es die zusätzlichen Massnahmen zur Verbesserung der Situation für die Bevölkerung und den Tourismus.

Betroffene informiert

Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektor Christoph Neuhaus informierte am Montag auch das Kontaktgremium «Flugplatz Meiringen» über die Stellungnahme der bernischen Regierung zum Objektblatt. Diesem Gremium gehören Behördenvertreter der betroffenen Gemeinden sowie Vertreter verschiedener regionaler Organisationen an. Es umfasst Befürworter wie auch Gegner des Militärflugplatzes.

Das Objektblatt ist Teil des neuen Sachplans Militär, der die Bedürfnisse des Militärs grob mit den übrigen räumlichen Interessen abstimmen soll. Der heute gültige Sachplan stammt von 2001. Im Fall von Meiringen wurde 2007 ein Anlauf für ein neues Objektblatt durchgeführt, doch trat dieses nie in Kraft.

Die Zahl von 5000 Flugbewegungen pro Jahr soll nun auch im Objektblatt festgeschrieben werden. Zu diesem konnten sich zunächst die Bevölkerung, dann die Gemeinden und schliesslich der Kanton Bern äussern. Das letzte Wort hat der Bundesrat. (sda)

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