Ein Super-Puma der Armee stürzte diese Woche ab, nachdem er eine Hochspannungsleitung touchiert hatte. Stromleitungen führten auch im privaten Helikopter-Verkehr öfter zu Zwischenfällen. Die Schweizer Unfalluntersuchungsstelle (Sust) registrierte dieses Jahr bereits zehn Unfälle und schwere Vorfälle mit Helikoptern, wie die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ berichtet.

In keinem der vergangenen zehn Jahre haben sich bis September so viele Fälle ereignet. Der Jahresdurchschnitt lag bei weniger als acht Unfällen und schweren Vorfällen. Eine häufige Unfallursache sind Kabel und Leitungen. Helikopterspezialisten bezeichnen die Schweiz als «kabelverseucht».

Freileitungen sind nicht nur bei Piloten unbeliebt. Heute werden Leitungen zunehmend in der Erde verkabelt. Stromleitungen und Strommasten verschwinden nach und nach aus dem Schweizer Landschaftsbild. Noch 35'000 Kilometer Freileitungen sind es, welche die Schweiz heute durchziehen. Fast dreimal mehr, nämlich 112'000 Kilometer Kabel, befindet sich in unterirdischen Netzsystemen. Wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet, sind das rund sechs Prozent mehr als noch vor vier Jahren.

Der Bundesrat hat kürzlich einen Vorschlag zur Strategie Stromnetz verabschiedet. Er enthält den Grundsatz, dass Hoch-, Mittel- und Niederspannungsleitungen per Kabel unter die Erde müssen – sofern dabei nicht zu hohe Kosten entstehen. Künftig würden dadurch nur noch Höchstspannungsleitungen oberirdisch geführt.

Helikopter-Absturz: Weitere Aufnahmen des Unfallortes am Mittwochabend.

Helikopter-Absturz: Aufnahmen des Unfallortes.

Nun muss das Parlament über den Vorschlag beraten. Bei der Stromleitung in den der Super Puma auf dem Gotthard gekracht ist, handelt es sich um eine Hochspannungsleitung des Tessiners Elektrizitätswerks AET. Hans Kneubühler, Geschäftsführer des Vereins „Hochspannung unter den Boden“  sagt gegenüber der „Schweiz am Sonntag“: „Mit der neuen Gesetzgebung würden solche Leitungen als Erdkabel erstellt.“