Kontroverse
«Müllhaufen der Geschichte»: Shitstorm gegen das Ständemehr

Das Ständemehr gehöre auf den Müllhaufen der Geschichte, twitterte Juso-Präsidentin Ronja Jansen nach der Abstimmungsniederlagen – und erhielt viel Zuspruch.

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Die Konzernverantwortungsinitiative scheiterte am Widerstand der kleinen, ländlichen Kantone. (Symbolbild)

Die Konzernverantwortungsinitiative scheiterte am Widerstand der kleinen, ländlichen Kantone. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Gegner des Ständemehrs sehen sich durch den gestrigen Abstimmungssonntag bestätigt. Dass die Konzerninitiative das Volksmehr gewann, aber am Widerstand kleiner ländlicher Kantone scheiterte, sorgt für Frust. Diesen lassen die Abstimmungsverlierer auf Twitter aus.

Juso-Präsidentin Ronja Jansen griff gar zu einem Zitat des russischen Bolschewistenführers Leo Trotzki und sprach vom «Müllhaufen der Geschichte». Dorthin gehöre nun das Ständemehr. SP-Fraktionschef Roger Nordmann verwies auf den Grundsatz, wonach jede Stimme gleichviel zählen müsse («Democracy: one person = one vote») und insinuierte damit, das Ständemehr sei undemokratisch.

Auch Philipp Sarasin, Ordinarius für Geschichte der Neuzeit und Schweizer Geschichte an der Universität Zürich, trug zur Diskussion bei. In einer Kürzestanalyse kam er zum Schluss:

CVP-Präsident Gerhard Pfister warf den Ständemehr-Gegnern dagegen vor, schlechte Verlierer zu sein.

Für CH Media hat Politologin Martina Mousson vom Forschungsinstitut Gfs Bern die Diskussion über die Abschaffung des Ständemehrs aus politologischer Sicht kommentiert.