Hochwasser

Mit Stahl und Beton gegen das Wasser

Auf die erhöhte Ufermauer in Unterwindisch kann bei Hochwasser jetzt zusätzlich ein Dammbalkensystem montiert werden. (Bild: wal)

Hochwasser Brugg

Auf die erhöhte Ufermauer in Unterwindisch kann bei Hochwasser jetzt zusätzlich ein Dammbalkensystem montiert werden. (Bild: wal)

Zum Schutz von Unterwindisch vor Hochwasser investiert die Elaqua AG rund 1,3 Millionen Franken.

Von Louis Probst

«In den letzten Jahren hat Unterwindisch immer wieder Überschwemmungen erlebt, weil im Bereich des Einlaufes zum Kraftwerkkanal die Ufermauer überströmt worden ist», stellt die Elaqua AG fest, die Eigentümerin des Wasserkraftwerkes Windisch. «Seit dem 16. März dieses Jahres gehören solche Ereignisse der Vergangenheit an.»

Verhindert werden sollen die katastrophalen Überschwemmungen - wie jene vom 22. August 2005, die auch das Rekrutierungszentrum schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte - durch die Erhöhung der Ufermauer und durch ein mobiles Dammbalkensystem, das im Ernstfall durch die Feuerwehr rasch aufgebaut werden kann. Wie Adrian Bretscher von der Elaqua AG erklärt, sind rund 1,3 Millionen Franken in die Schutzmassnahmen investiert worden

Mauer und höherer Damm

Nicht ganz so aufwändig sind die Vorkehren, die man in Brugg gegen künftige Hochwasser getroffen hat. Durch eine niedrige Mauer sollen die Fluten künftig vom Stadion Au ferngehalten werden. In Brugg ist zudem, wie Tiefbauchef Stefan Zinniker sagt, im Wildischachen der Schutzdamm erhöht worden, nachdem er vor zwei Jahren überspült worden war. Und auch am Fischerkopf sind Ufersicherungsmassnahmen vorgenommen worden.

«Wir haben zwar ein Hochwasser-Szenario», erklärt Beat Klaus vom Architekturbüro Architheke, das sich in einem Annexbau der Gipsmühle befindet. «Trotzdem sind wird stets etwas in Unruhe. Vor allem 2007 war es für uns sehr schlimm.» Beunruhigend, so Beat Klaus, sei die Tatsache, dass die Kote des Jahrhunderthochwassers, auf die man bei der Erneuerung der Gipsmühle abgestellt hatte, schon dreimal übertroffen worden ist.

Häufigere Hochwasser

Auch Yvonne Anderegg, die im Gebiet Ägerte wohnt, und wie einige ihrer Nachbarn beim Hochwasser 2007 ihr Haus verlassen musste, stellt fest: «Wir wohnen seit 1966 in diesem Haus. Bis 1999 hatten wir nie solche Überschwemmungen erlebt. Wir schauen jetzt, dass der Keller möglichst geräumt ist. Ein Problem bleibt aber die Heizung.»

Zu den Gebieten, für die regelmässig «Land unter» gilt, gehört die untere Hüslimattstrasse in Lauffohr. «Wir haben bereits vor Jahren eine Schutzmauer erstellt», sagt Anwohnerin Claudia Lüscher. «Wir können zudem mit Holzelementen die Garageneinfahrt abdichten. Zum Glück ist der Wohnbereich nicht gefährdet. Von daher sind die Hochwasser für uns kein Riesenproblem. Wir kennen nichts anderes. Aber man fragt sich natürlich schon: Kommt jetzt wohl das Wasser?»

Meistgesehen

Artboard 1