Oberwil

Migros kann Mühlematt ausbauen

Bald noch grösser: Die Migros Mühlematt in Oberwil soll über die Fläche des heutigen Parkplatzes ausgebaut werden – das kommt einer Verdoppelung gleich. (Bild: Juri Junkov)

Oberwil

Bald noch grösser: Die Migros Mühlematt in Oberwil soll über die Fläche des heutigen Parkplatzes ausgebaut werden – das kommt einer Verdoppelung gleich. (Bild: Juri Junkov)

Vergeblich versuchten zwei Stimmberechtigte an der Oberwiler Gemeindeversammlung, den Quartierplan «Migros Mühlematt 2009» zu stoppen. Dieser wurde diskussionslos genehmigt.

Heiner Leuthardt

Nicht unerwartet stiess der Plan der Migros, die Verkaufsfläche ihrer Filiale in der Oberwiler Mühlematt von 2100 Quadratmetern auf 4500 Quadratmeter zu erweitern, auf Widerstand. Zuerst wurde ein Antrag auf Nicht-Eintreten gestellt und danach ein Rückweisungsantrag. Beiden Antragsstellern gemeinsam war, dass aus ihrer Sicht der Quartierplan «Mühlematt Migros 2009» zu früh vorgelegt werde, weil die Resultate einer übergeordneten Verkehrsstudie der Gemeinden Oberwil und Therwil noch nicht vorliegen.

«Es ist falsch jetzt abzustimmen, wo wir nicht wissen, was noch auf uns zukommt. Das kommt einem Schildbürgerstreich gleich», wetterte etwa Bruno Heuberger. «Die Studie bringt keine neuen Erkenntnisse für die Mühlematt», konterte Gemeinderat Hanspeter Ryser. Daher mache es keinen Sinn, deren Resultate abzuwarten, die im November vorliegen dürften. Absehbar sei, dass der Oberwiler Dorfkern hinsichtlich des Verkehrsaufkommens wohl am Besten wegkommen dürfte, anders sehe es bei Therwil aus, deutete Hanspeter Ryser an. Bei der Abstimmung scheiterten sowohl der Nicht-Eintretensantrag wie die Rückweisung deutlich. Der Quartierplan wurde dann diskussionslos mit 96 gegen 33 Stimmen genehmigt.

Damit kann die Migros auf ihrem bisherigen Parkplatz das Einkaufszentrum ausbauen, wie Gemeinderat Max Furrer bei der Vorstellung des Quartierplanes erläuterte. Der Parkplatz wird in das neu zu erstellende Untergeschoss verlegt und bietet 295 Plätze. Einen klaren Fokus richtete man auf die Erschliessung und den Anschluss an den öffentlichen Verkehr. «Die Buslinien 61 und 64 werden direkt beim Einkaufszentrum halten.» Ebenso seien für Zweiradfahrer mindestens 70 gedeckte Parkplätze vorgesehen. Weiter hätten zwei unabhängige Studien gezeigt, dass das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die Erweiterung den Verkehr nur marginal belaste.

Ebenso habe man die bei der Mitwirkung eingebrachten Anliegen weitgehendst berücksichtigt. «Mit dem Quartierplan ergibt sich eine Verbesserung der architektonischen und räumlichen Gestaltung des Einkaufszentrums Mühlematt. Ebenso erhält die Gemeinde eine Mitsprachemöglichkeit», fasste Max Furrer Vorteile des Quartierplanes zusammen. Geregelt sei auch die Kostenfolge beim allfälligen Ausbau der Verkehrsinstallationen. Auch ein Mobilitätsmanagement bestehe.

Gemeinderat mit neuen Kompetenzen

Ohne grosse Diskussionen wurde die Teilrevision des Polizeireglements einstimmig genehmigt. «Diese wurde nötig, weil beim übergeordneten Recht einiges geändert worden ist», erklärte Gemeindepräsidentin Lotti Stokar. «Wir nutzten die Gelegenheit für eine umfassendere Revision.» Dabei enthält das Polizeireglement unter anderem neu die Kompetenz für den Gemeinderat «Verhaltensregeln und Verbote für bestimmte Plätze» zu erlassen. Bisher habe dies immer einen richterlichen Spruch erfordert. Erhöht wurde auch die Bussenhöhe von heute maximal 100 Franken auf neu 5000 Franken, entsprechend der vom Kanton eingeräumten Kompetenz.

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