Coronavirus

Masken, die gehortet werden oder hohe Preise für Hotelzimmer: Das schreibt die Sonntagspresse

Hotels im Tessin profitieren von der Krise. (Symbolbild)

Hotels im Tessin profitieren von der Krise. (Symbolbild)

Dokumente belegen, dass Schweizer Bundesbeamte begehrtes Schutzmaterial, wie Masken, für sich zurückhalten wollten und im Tessin und im Bündner Land muss man wegen Corona mehr zahlen für ein Hotelzimmer. Die Krise und ihre Nebenwirkungen.

Masken würden nichts bringen. Dies betonte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in den ersten Monaten der Pandemie immer wieder. Interne Protokolle, die der SonntagsZeitung vorliegen, zeigen jetzt: Die Behörden kommunizierten nur so, weil nicht genügend Masken für alle verfügbar waren.

Gleichzeitig belegen die Dokumente auch, wie Bundesbeamte begehrtes Schutzmaterial für sich zurückhalten wollten. So stellte die Taskforce Corona an einer Sitzung im März fest, «dass Masken und Desinfektionsmittel in den Ämtern gehortet werden».

Bündner und Tessiner Hotelzimmer schlagen im Corona-Sommer auf

Aber nicht nur Masken waren während der Pandemie begehrt. Das Virus stürzte die Reisebranche in eine ihrer schwersten Krisen. Doch statt mit Vergünstigungen Gäste anzulocken, gehen manche Schweizer Hotelliers einen anderen Weg. Denn weil viele Schweizer im Corona-Sommer im eigenen Land bleiben, sind die Hotelbetten jetzt plötzlich wieder begehrt. Und so sind die Preise für ein Zimmer teilweise nicht günstiger, sondern sogar teurer. 

Eine Auswertung, die das Switzerland Travel Centre auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» erstellt hat, zeigt: Im Tessin kosten Hotelzimmer im laufenden Jahr durchschnittlich fünf Prozent mehr als 2019, im Graubünden schlugen sie um vier Prozent auf. Dies im Gegensatz zu den meisten anderen Schweizer Ferienregionen.

So sind im Berner Oberland die Hotelpreise dieses Jahr um 18 Prozent eingebrochen, im Wallis gar um 20 Prozent.

Weil aber das Bündnerland und das Tessin traditionell die Lieblingsdestination der Schweizer Touristen sind, ist es hier anders. Viele Gaststätten im Tessin und im Bündnerland sind bis Mitte August ausgebucht.

Die Bergregionen machen ein gutes Geschäft. «Die Verluste vom Frühling haben wir wieder wettgemacht», sagt Kurt Baumgartner, Hotelier in Scuol (GR).

Konsumentenschützerin Sara Stalder kritisiert derweil die höheren Preise. Damit werde das Bild des «sehr teuren Ferienlands Schweiz» zementiert, sagte sie zur «NZZ am Sonntag». (has)

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