Auschwitz-Vergleich

Martin Bäumle über Frickers Rücktritt: «Ich finde es eine Tragödie»

Martin Bäume: «Die eigene Partei  ist ihm von zuoberst bis zuunterst in den Rücken gefallen

Der Fall Fricker wurde auch im Sonntalk emotional und kontrovers diskutiert.

Ist Jonas Fricker aus freien Stücken zurückgetreten, war es auf Drängen seiner Partei oder der Druck aus der Boulevardpresse? Im «Sonntalk» diskutieren Thomas Minder, Schaffhauser Ständerat, GLP-Nationalrat Martin Bäumle und Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso Schweiz.

Der Rücktritt von Jonas Fricker nach seinem umstrittenen Holocaust-Vergleich hat eine massive Kontroverse ausgelöst: Medienbeobachter kritisieren, die Boulevardpresse habe eine Kampagne gegen den Grünen-Nationalrat geführt.

Legte Fricker sein Nationalratsmandat aus freien Stücken nieder oder wurde er von den Medien dazu gedrängt? Diese Frage diskutiert Moderator Markus Gilli im «Sonntalk» mit seinen Gästen Thomas Minder, Schaffhauser Ständerat, GLP-Nationalrat Martin Bäumle und Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso Schweiz.

«Der Blick hat Jonas Fricker zum Abschuss gebracht», ist Minder überzeugt. Zudem habe dem Badener Grünen-Nationalrat auch die Unterstützung aus seiner eigenen Partei gefehlt. «Es wäre interessant zu sehen, was passiert wäre, wenn die Aussage von Frau Rytz oder Herrn Glättli gekommen wäre», so Minder. Die Präsidentin der Grünen Schweiz und der Fraktionspräsident hatten Fricker stark kritisiert und sich öffentlich von ihrem Parteikollegen distanziert. «Die Aussage war sicher daneben, aber so läuft das doch in der Politik; jedem rutscht mal etwas heraus», versucht Minder zu relativieren. 

Rücktritt wegen fehlender Unterstützung

Martin Bäumle kritisiert zwar ebenfalls die Schlagkraft der Medien, die Schuld schiebt er jedoch Frickers Partei zu: «Ich verurteile hier nicht den Blick, das ist seine eigene Partei», so der Zürcher GLP-Nationalrat. «Die eigene Partei ist ihm von zuoberst bis zuunterst in den Rücken gefallen», fügt er an. Stattdessen würde er von der Parteiführung erwarten, dass sie hinter der Person stehe. «Wenn sie ihn unterstützt hätten, wäre es bei einem Skandälchen geblieben.»

Das einzige, was er Fricker vorwerfen könne, sei, dass auch dieser nach Geri Müllers Affäre dessen Rücktritt gefordert hatte. Das habe ihn eingeholt, ist Bäumle überzeugt und fügt dann an: «Ich finde es eine Tragödie. Keine Unterstützung der eigenen Partei und dann im Mediengewitter untergehen, das ist unerträglich.»

Zurückhaltender formuliert sich Tamara Funiciello: «Er muss selber wissen, ob er zurücktreten will oder nicht. Ich würde so etwas nie sagen, deshalb würde ich auch nie in so eine Situation geraten», so die Präsidentin der Juso Schweiz. (sam)

Der Fall Fricker im Talk Täglich vom 3. Oktober 2017:

War Jonas Fricker ein Bauernopfer?

Talk Täglich: War Jonas Fricker ein Bauernopfer?

Der Rücktritt von Jonas Fricker als Nationalrat gibt weiterhin zu reden. Hat er richtig gehandelt, überreagiert oder ist er gar ein Bauernopfer?

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