Der Schweizer Kampfjet des Typs F/A-18 ist nicht wegen einer Kollision abgestürzt. Die Maschine habe unvermittelt an Höhe verloren, sagte Luftwaffenkommandant Aldo C. Schellenberg am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Bern.

Die Gründe dafür seien noch nicht bekannt. Die F/A-18- und zwei Tiger-Kampfjets waren für eine Luftkampfübung in den grenzüberschreitenden Trainingsraum aufgestiegen, der regelmässig genutzt wird. Geleitet wurden sie durch französische Offiziere.

F/A-18-Absturz: Das sagt der Luftwaffenkommandant

F/A-18-Absturz: Das sagt der Luftwaffenkommandant

Eine F/A-18 Maschine ist in Frankreich abgestürzt. Es ist der zweite Absturz in kurzer Zeit. Aldo Schellenberg, Luftwaffenkommandant, sagt, dass die Flugzeuge kein Risiko sind und zu den sichersten Kampfflugzeugen der Welt gehören.

Schellenberg zeigte grosse Erleichterung, dass der Pilot lediglich verletzt wurde. «Ich bin glücklich, dass sich der Pilot bei diesem Unglück retten konnte», sagte er. Dieser befindet sich ausser Lebensgefahr im Spital. Der Luftwaffenkommandant dankte auch den französischen Rettungskräften, die «rasch und professionell» reagiert hätten.

«Es ist Pech»

Es ist bereits der zweite Absturz eines F/A-18-Kampfjets innerhalb von fast zwei Jahren, nach jenem in Alpnach OW im Oktober 2013. Zuvor war es in der Schweiz während 15 Jahren zu keinem solchen Unglück gekommen. Schellenerb dazu: «Es ist Pech.» Er sehe darin «keine systemische Problematik».

Nichtsdestotrotz sei der Verlust sehr schmerzhaft. «Hier eine riesige Geldsumme vernichtet worden. Die Flugzeuge kann man nicht nachbeschaffen.» Zudem treffe der Absturz die Luftwaffe «in einem Moment, als wir schon sagten, dass die 32 Flugzeuge nicht genügen».

Aldo Schellenberg schätzt den entstanden Sachschaden auf rund 50 Millionen Franken. Grundsätzlich sei das aber schwierig zu beziffern.

Französische Behörden untersuchen

Bei der Untersuchung zur Absturzursache haben die französischen Behörden die Leitung. Sie sollen ausserdem dafür sorgen, dass die Geheimhaltung technischer Informationen gewahrt bleibt. In diesem Zusammenhang hat die Schweiz auch die US-Behörden über den Absturz informiert. 

F/A-18-Absturz: Erste Aufnahmen vom Unfallort

F/A-18-Absturz: Erste Aufnahmen vom Unfallort

Ein F/A-18-Kampfjet der Schweizer Luftwaffe ist am Mittwochvormittag im französischen Departement Doubs, im Grenzgebiet zur Schweiz, in einem unbewohnten Gebiet abgestürzt. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Die Unfallursache ist noch unklar.

Ob die Gefahr besteht, dass nun militärische Geheimnisse nach Frankreich gelangen? Mit dieser Frage konfrontiert, sagte Schellenberg: «An Bord befindet sich tatsächlich technisches Material, das besonderen Geheimhaltungsvorschriften unterworfen ist. Wir sind aber dabei, hier sicherzustellen, dass kein Informationsabfluss stattfindet.»

Schellenberg geht davon aus, dass die Flugzeugtrümmer nach Abschluss der Untersuchung in Frankreich in die Schweiz zurückgebracht werden.

Über mögliche Absturzursachen mochte Schellenberg nicht spekulieren. Die F/A-18 seien nach einem kürzlich erfolgten Erhaltungsprogramm in gutem technischen Zustand, stellte er fest. Der Pilot wurde noch nicht einvernommen. Laut dem Luftwaffenkommandanten verfügte er über viel Flugerfahrung. Er habe mehr als 3500 Flugstunden absolviert, davon über 1100 auf diesem Flugzeugtyp.

Trainingsbetrieb eingestellt

Als Folge des Unfalls wurde der Trainingsbetrieb am Mittwoch eingestellt. Den Bereitschaftsdienst tangiert das nicht, dieser bleibt aufrechterhalten. Der Trainingsbetrieb soll so rasch wie möglich wieder aufgenommen werden.

Der Sachschaden beläuft sich auf rund 50 Millionen Franken. Insgesamt - mit Simulationsanlagen - kostete das Flugzeug bei der Beschaffung etwa 100 Millionen Franken. Schellenberg sprach von einem "schmerzlichen Verlust".

Hindernisse für die Ausbildung

Mit dem Absturz verbleiben der Luftwaffe noch 31 F/A-18 Maschinen. Für den ordentlichen Luftpolizeidienst genüge das zwar, sagte der Kommandant. Auch sei die geplante Einführung der 24-Stunden-Bereitschaft nicht tangiert. Die Ausbildung sei ebenfalls nicht gefährdet.

Für die Organisation der Ausbildung bedeute der Verlust aber "zusätzliche Hindernisse", da von ursprünglich 8 Doppelsitzern nur 5 übrig seien. Ausserdem hätten schon die bisherigen 32 F/A-18 für die Durchhaltefähigkeit in einer angespannten Lage nicht gereicht, sagte Schellenberg.

Neue Flugzeuge nicht vor 2025

Darauf hatte Verteidigungsminister Ueli Maurer vor der Abstimmung über die Beschaffung des Gripen jeweils hingewiesen. Das Stimmvolk sagte jedoch Nein zum Flugzeugkauf. Der Bundesrat plant nun, gegen Ende des Jahrzehnts die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge einzuleiten.

Zum Einsatz kämen diese frühestens 2025. Dann werden die F/A-18 die zertifizierte Anzahl Flugstunden erreicht haben. Die Luftwaffe prüfe, ob eine Verlängerung des Einsatzes möglich wäre, sagte der Kommandant. Mit dem Absturz hat das jedoch nichts zu tun.

(pz/edi/sda)

Unfälle von Schweizer Armee-Flugzeugen