Zugunfall

Lokführer gedenken mit einem Pfiff ihres verstorbenen Kollegen

Arbeiten nach dem Zugunglück in Granges-pres-Marnand (Archiv)

Arbeiten nach dem Zugunglück in Granges-pres-Marnand (Archiv)

Lokführerinnen und Lokführer gedenken ihres verunglückten Kollegen am Freitag mit einer aussergewöhnlichen Aktion: Um 14 Uhr – zu Beginn der Beisetzung bei Genf – wollen sie schweizweit einen Pfiff mit der Lokpfeife abgeben.

Die Ehrerbietung mit dem landesweiten Pfiff seien die Eisenbahner ihrem Kollegen schuldig, teilten der Lokomotivpersonalverband SEV/LPV, der Verband Schweizer Lokomotivführer VSLF und der Personalverband transfair am Donnerstag gemeinsam mit.

Wie VSLF-Präsident Hubert Giger zur sda sagte, dürften zu diesem Zeitpunkt auf dem Schweizer Schienennetz rund 3000 Züge unterwegs sein.

"Wenn in allen Tälern, Landschaften und Bahnhöfen gleichzeitig die Pfeife ertönt, ist das ein eindrückliches Signal für die Solidarität mit dem Verunglückten", sagte Giger. Seinen Angaben zufolge ist in der Schweiz seit rund 25 Jahren kein Lokführer mehr ums Leben gekommen.

Der 24-jährige Franzose, der in Payerne VD wohnte, war erst seit wenigen Monaten Lokführer. Er starb, als am Montagabend in Granges-près-Marnand VD zwei Züge frontal zusammenstiessen. Im Verdacht, den Unfall verursacht zu haben, steht der Lokführer des anderen Zugs. Er sprang vom Zug und überlebte.

Der Beerdigung bei Genf werden auch SBB-Konzernchef Andreas Meyer sowie eine grosse Delegation der SBB beiwohnen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte.

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