Libyen-Affäre: Merz soll von geplanten Befreiungsaktionen gewusst haben

SP-Präsident Christian Levrat behauptet, Bundesrat Hans-Rudolf Merz habe sehr wohl von den geplanten Militäreinsätzen zur Befreiung der beiden Libyen-Geiseln gewusst. Damit giesst er Öl in den «veritablen Kleinkrieg» zwischen Merz und Micheline Calmy-Rey.

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Keystone

Im Gespräch mit Radio DRS äusserte SP-Präsident Christian Levrat happige Anschuldigungen gegen Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Entgegen den bisherigen Behauptungen, lediglich Ueli Maurer und Micheline Calmy-Rey hätten von den geplanten Militäreinsätzen zur Befreiung der beiden Libyen-Geiseln gewusst, soll auch Merz davon gewusst haben. Gar Alt-Bundesrat Pascal Couchepin sei im Bilde gewesen. Die Befreiungsaktionen hätten Ende 2008 und im Frühjahr 2009 stattfinden sollen, also noch zur Amtszeit von Couchepin.

Woher seine Informationen stammen, wollte Levrat nicht sagen. Mit seinen Anschuldigungen giesst er aber Öl in den «veritablen Kleinkrieg» zwischen Calmy-Rey und Merz, wie «Tagesanzeiger.ch/Newsnetz» laut Beobachtern weiss. Die Departemente wollten gegenüber «Tagesanzeiger.ch/Newsnetz» keine Stellung nehmen.

Stellungnahme von Doris Leuthard lässt Fragen offen

Letzte Woche wurde aufgrund Indiskretionen bekannt, dass der Bund Militäraktionen zur Befreiung von Max Göldi und Rachid Hamdani geplant hatte. Bundespräsidentin Doris Leuthard gab am Montag eine kurze Erklärung vor den Medien in Bern ab. Die Aussagen liessen aber zahlreiche offene Fragen. (skh)