Dietikon

Kronenliegenschaften können abgebrochen werden

Baufällig: Das ehemalige Wasch- und Schlachthaus, in dem sich heute der «Claro»-Weltladen befindet (rechts, mit rotem Giebel), und das alte Bauamt (gleich links daneben) an der Unteren Reppischstrasse. (Matthias Kessler)

Krone

Baufällig: Das ehemalige Wasch- und Schlachthaus, in dem sich heute der «Claro»-Weltladen befindet (rechts, mit rotem Giebel), und das alte Bauamt (gleich links daneben) an der Unteren Reppischstrasse. (Matthias Kessler)

Vier Gebäude bei der Dietiker «Krone» können, trotz ihrer Lage in der Kernzone, abgebrochen und abgeändert neu aufgebaut werden. Dem entsprechenden Antrag des Stadtrats stimmte das Parlament einstimmig zu.

Matthias Kessler

Ein grosser Platz, wo heute die Untere Reppischstrasse durchführt, drei Mehrfamilienhäuser entlang der Reppisch, dazwischen öffentliche Zugänge zum Fluss - so sieht die Vision von Architektin Tilla Theus für das Umfeld der Dietiker «Krone» aus. Das Parlament fällte an seiner Sitzung vom Donnerstagabend einen nächsten Entscheid für diese Umgestaltung des Areals im historischen Stadtzentrum - «einer in einer Serie von Entscheiden», wie SP-Gemeinderat Rolf Steiner in seiner Funktion als Sprecher der Geschäftsprüfungskommission ausführte.

Einstimmig hiess der Rat die Entlassung von vier Gebäuden - das Haus Brechbühl am Kronenplatz 8/10, das alte Bauamt an der Unteren Reppischstrasse14, eine Remise und das ehemalige Wasch- und Schlachthaus an der Unteren Reppischstrasse 12a, in dem sich heute der «Claro»-Weltladen befindet - aus der Kategorie Bautyp A gut. Ist eine Liegenschaft in diese Kategorie eingeteilt, dürfen Veränderung nur unter Einhaltung des Gebäudeprofils und des Erscheinungsbildes vorgenommen werden.

Trotz der Einstimmigkeit zum Schluss - während der Diskussion war einiges an Kritik laut geworden. SVP-Gemeinderat Markus Erni bemängelte die Vorgehensweise des Stadtrats - erst Planungskredit, ein halbes Jahr später die Entlassung der Gebäude aus dem Bautyp A - und mahnte an, dass mit einer Zustimmung zu diesem Antrag auch ein Versprechen einhergehe - ein Versprechen an die übrigen Eigentümer, bei denen man bei der Beurteilung allfälliger Projekte nicht kleinlich sein dürfe.

Ein Platz für den Weltladen

Martin Müller (Liberale Liste) seinerseits wies darauf hin, dass die früheren Liegenschaftenbesitzer der betreffenden Gebäude mit der Auflage leben mussten, dass Veränderungen nur bei Einhaltung des Gebäudeprofils gemacht werden konnten. Er mutmasste, dass diese Bauten gerade deshalb «in miserablem Zustand» seien. Dass nun die Stadt für ein eigenes Projekt den Kernzonenplan ändere, sei «nicht gerade eigentümerfreundlich».

Eine Erneuerung des «Krone»-Umfelds sei «wichtig für die Stadt und das Quartier», meinte Catherine Peer (SP). Den Sozialdemokraten sei es zudem ein Anliegen, dass der «Claro»-Weltladen auch nach dem Umbau über einen Verkaufsort verfüge und dass die Kultur, «auch Subkultur», ihren Platz in der Zehntenscheune und dem Alten Bären, zwei weiteren Gebäuden des Ensembles, finde.

Als «Fass ohne Boden» bewertete Christiane Ilg-Lutz (EVP) eine mögliche Alternative zum Neubauprojekt, eine Sanierung der Gebäude. Lucas Neff (Grüne) hielt fest, dass, falls das Projekt scheitere, Stadtrat und Parlament sicher bereit wären, den entstandenen Schaden rückwirkend zu reparieren und die Entlassung der Gebäude aus der Kategorie Bautyp A rückgängig zu machen.

Bis zur Baureife vorantreiben

Ziel des Stadtrats ist es, das Projekt bis zur Baureife voranzutreiben und es danach einem Investor zu verkaufen - Investitionsvolumen: gegen 25 Millionen Franken. Die Idee dahinter: Die Stadt will möglichst lange Einfluss nehmen. Gespräche mit potenziellen Geldgebern sind am Laufen. Bestenfalls könnte das Projekt, in das auch zwei private Grundstückbesitzer mit ihren nördlich angrenzenden Liegenschaften involviert sind, bereits Ende 2012 realisiert sein.

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