Umstrittener Beitrag
Katholische Kirche entschuldigt sich für Holocaust-Vergleich auf Medienportal

Die Bischofskonferenz und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz entschuldigen sich öffentlich für einen umstrittenen Beitrag auf ihrem Medienportal kath.ch zur Konzernverantwortungsinitiative. Die Kirche will den Abstimmungskampf aufarbeiten und Lehren für die Zukunft ziehen.

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Die Konzernverantwortungsinitiative brachte die Katholische Kirche in eine schwierige Situation. (Symbolbild)

Die Konzernverantwortungsinitiative brachte die Katholische Kirche in eine schwierige Situation. (Symbolbild)

Keystone

(gb.) Der Abstimmungskampf um die Konzernverantwortungsinitiative verlief vor allem in kirchlichen Kreisen gehässig. Er gipfelte in einem Beitrag auf dem katholischen Medienportal kath.ch, in dem der Redaktionsleiter einen Holocaust-Vergleich gezogen hatte. Nun wollen die Schweizer Bischofskonferenz und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz den Scherbenhaufen aufräumen. Als Autraggeberinnen von kath.ch bedauere man die Äusserung zutiefst und bitte um Entschuldigung, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Freitag Abend.

Die beiden Trägerinnen des Medienportals hatten sich bereits zuvor vom strittigen Beitrag distanziert, eine gemeinsame öffentliche Erklärung blieb aber bis anhin aus. Die Bischöfe und die Kirche schlagen nun einen versöhnlichen Ton an. Die scharfe Tonalität im Abstimmungskampf habe auf allen Seiten zu Verletzungen geführt, heisst es weiter. Man sei nun dabei, die Situation aufzuarbeiten und Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Damit ist aber offenbar nicht das politische Engagement der Kirche an sich gemeint. Auch in Zukunft wollen sich die Bischofskonferenz und die Katholische Zentralkonferenz in politische Debatten einbringen. Dabei sei aber stets der nötige Anstand und gegenseitiger Respekt zu wahren, heisst es weiter.

Bischöfe gegen Ehe für homosexuelle Paare

Die nächste Debatte ist damit schon vorprogrammiert. Am Samstag sprach sich die Bischofskonferenz in einer Stellungnahme gegen die «Ehe für alle» aus. Nach Ansicht der Bischöfe soll stattdessen die eingetragene Partnerschaft auch heterosexuellen Paaren zugänglich gemacht werden.

Eine Debatte über die Ehe für homosexuelle Paare sei nur möglich, wenn auch über den Zugang zur Fortpflanzungsmedizin geredet werde, heisst es in der Mitteilung. Da die Zivilehe auf die Familiengründung ausgelegt sei, müssten gleichgeschlechtliche Paare auf die Fortpflanzungsmedizin zurückgreifen. Dies werfe «heikle und komplexe Fragen» auf. Die Keimzellenspende steht nach Ansicht der Bischöfe im Widerspruch zu den Rechten es Kindes.