Die Meinungen zur Windenergienutzung im Solothurner Jura sind kontrovers. Insgesamt sind gegen die Richtplananpassung 90 Einwendungen eingegangen, teilt die Solothurner Staatskanzlei mit. Rund die Hälfte der Einwohner äussere sich kritisch bis ablehnend, die andere Hälfte befürworte die Nutzung der Windenergie, oder würde sich sogar noch mehr wünschen.

Das kantonale Konzept, die Windenergienutzung auf wenige geeignete Gebiete zu konzentrieren findet grossmehrheitlich Zustimmung, heisst es in der Mitteilung weiter. Dadurch lasse sich die übrige Landschaft vor Eingriffen verschonen.

Die Region Thal nahm dem Windenergie-Projekt gegenüber immer eine kritische Haltung ein. Zwischen den Verantwortlichen des Kantons und der Region fanden verschiedene Gespräche statt. Die Differenzen, insbesondere in den Grundsatzfragen, konnten nicht ausgeräumt werden. Die Identifikation mit der Landschaft sei in der Region Thal sehr hoch.

Für alle vorgeschlagenen Gebiete wurde aufgrund der Einwendungen ein zusätzliches Gutachten erstellt. Diese Überprüfung zeigte, dass der Erschliessungsaufwand für den Brunnersberg unverhältnismässig ist und zu einer unerwünschten Konzentration von Gebieten in der Region Thal führen würde. Deshalb wird im Thal der Brunnersberg als potentielles Gebiet für Windparks gestrichen.

An den übrigen Gebieten für Windparks werde festgehalten: die Gebiete Grenchenberg (Grenchen), Scheltenpass (Aedermannsdorf und Beinwil), Schwängimatt (Balsthal, Laupersdorf), Homberg (Nunningen, Seewen) und Burg (Kienberg) sollen im Richtplan festgesetzt, die Gebiete Passwang (Mümliswil-Ramiswil, Beinwil) und Wisnerhöchi (Hauenstein-Ifenthal, Trimbach, Wisen) als Zwischenergebnis aufgenommen werden.

Die BLN- und TWW-Gebiete (Bundesinventare der Landschaften und Naturdenkmäler bzw. der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung) werden als Ausschlussgebiete bestätigt. Damit wird auf die vielfach geforderte Wiederaufnahme des Gebietes "Stallflue/Althüsli" nicht eingegangen. Die Vereinbarkeit von Windparks mit den regionalen Naturparks "Thal" und "Jurapark" wird vom Bau- und Justizdepartement grundsätzlich bejaht. Kleinanlagen sind aus Gründen der Effizienz und des Landschaftsbildes nicht erwünscht, sind aber nicht ausgeschlossen, so die Mitteilung.

Die weitere Planung von Windparks erfolge im Nutzungsplanverfahren. Die Gemeinden sind nicht verpflichtet, ein in der Richtplanung festgesetztes Gebiet mit einem Nutzungsplan auch umzusetzen. Viele Fragen wie etwa die Verhältnismässigkeit von Eingriffen, die Erscheinung von Windkraftanlagen im Landschaftsbild oder die Auswirkungen auf die Vogelwelt und die Natur werden auf dieser Stufe (bei Anlagen mit über 5 MW installierter Leistung zudem mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung) genauer angeschaut und in eine vertiefte Interessenabwägung einbezogen.

Gegen eine Ablehnung ihrer Einwendung können Einwohnergemeinden und Regionalplanungsorganisationen innert zehn Tagen beim Regierungsrat Beschwerde führen. Der Einwendungsbericht wird auch im Internet veröffentlicht: www.arp.so.ch/richtplananpassung.