Die Dresse der Schweizer Nationalmannschaft waren der Lacher an der letzten Europameisterschaft. Nicht weil sie so eng anliegend jedes noch so kleine Müskelchen zeigten – das machten damals fast alle Trikots. Nein, weil sie so gar nicht reissfest waren. Kaum zog ein Gegenspieler am Dress eines Nati-Spielers, schon hing er in Fetzen am Körper hinab. Hersteller Puma musste sich einige Häme anhören. Das sollte in diesem Jahr nicht mehr passieren. Eng anliegend sind die Leibchen aber weiterhin, sodass die Fans eher auf die Replika-Versionen der Trikots zurückgreifen. Diese sind etwas weiter geschnitten, als die Originaldresse. Bei manchem Fan ist der Bauchansatz auch so schon deutlich genug zu sehen.

Die Replika-Shirts sind auch etwas günstiger als die originalen Spielerdresse. Mit Fr. 99.90 aber immer noch recht teuer. Das Originaltrikot ist etwa bei Ochsner Sport, dem Verkaufspartner des Fussballverbands, für Fr. 139.90 zu kaufen.

Die etwas günstigeren Replika-Shirts werden auch in anderen Ländern angeboten. In gewissen Nationen, wie etwa in Schweden, werden in den offiziellen Onlineshops gar nur die günstigeren Replika-Shirts angeboten.

In der Schweiz sind diese Shirts denn auch viel beliebter als das Original, erklärt Steve Schennach, stellvertretender Geschäftsführer von Ochsner Sport. Rund 100- mal mehr der günstigeren Modelle verkauft der Sporthändler in seinen Filialen. Ausschlaggebend seien der Preis und die Form.

Das Geschäft mit den WM-Trikots laufe bei Ochsner Sport besser als bei der letzten WM, sagt Schennach. Der Schweizer Dress sei das weitaus Beliebteste. Danach folge dasjenige von Europameister Portugal und das Trikot von Frankreich. «Auf dem vierten Platz befindet sich momentan Deutschland», sagt Schennach.

Trikots in Mexiko sehr teuer

100 Franken klingen erst mal nach viel Geld für einen Fussballdress. Deshalb hat die «Schweiz am Wochenende» untersucht, wie lange ein Fan arbeiten muss, um sich ein Fussballtrikot seines Landes zu kaufen. Zugrunde liegt die Studie «Preise und Löhne 2018» der UBS. Diese weist den durchschnittlichen Stundenlohn in der Stadt aus, in der die Bevölkerung pro Stunde 2018 am meisten verdient. Das Resultat: In der Schweiz muss ein Fan im Durchschnitt nur gerade 3,3 Stunden arbeiten, bis er einen Dress der Schweizer Nati kaufen kann. Am anderen Ende der Skala ist Mexiko. Über 40 Stunden müssen Mexikaner arbeiten, um einen Dress ihrer Nationalmannschaft zu kaufen.