Bücherverbrennung

Jetzt sollen die «Heiligen Schriften» brennen

Weil die Gerichte eine Zensur der Bibel ablehnen, rufen Kirchengegner für den Freitag zu einer Bücherverbrennung auf dem Bundesplatz auf.

Ein Teil der Gruppe von Kirchengegnern, welche die Zensurierung der Bibel verlangt hat, will jetzt am Freitag, um 17.30 auf dem Bundesplatz in Bern die Bibel und den Koran verbrennen. Dies aus Protest, weil die Gerichte nicht auf ihre Forderung eingingen, die Bibel für Kinder unter 16 Jahren nicht zugänglich zu machen. Die Gerichte hätten sich "als nicht zuständig" erklärt und hätten "die Angelegenheit nicht behandeln wollen". Weil die Schweiz "ein christliches und nicht ein islamisches Land" sei, habe man den Koran im Gerichtsbegehren nicht eingeschlossen, heisst es in einer Mitteilung der Gruppe.

Verbrennen will man nun aber Bibel und Koran, weil beide "Hardcore-Pronographie und Gewalt" enthielten und "den Terrorismus befürworteten". Judaismus, Christentum und Islam hätten zudem "den gleichen Urvater, nämlich Abraham". Religiöse Differenzen hätten Kriege mit Millionen Toten zur Folge gehabt, weil alle glaubten, dass ihre Schrift die einzige Wahrheit enthielte.

Die Schweizerische Freidenkervereinigung distanziert sich inzwischen von der Aktion, wie Valentin Abgottspon, der Präsident der Sektion Wallis, gegenüber der az erklärt. «Das sind religiöse Fundamentalisten, damit haben wir nichts zu tun.» Die Walliser Freidenker-Vereinigung habe die beiden Personen, die seiner Sektion angehörten, heute ausgeschlossen, sagt Abgottspon. (az)

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