Die künstliche Zigarette brennt tatsächlich nicht. Elektronisch gesteuert produziert sie jedoch einen Rauch aus Wasserdampf, der inhaliert und wieder ausgepustet wird (siehe Box). Der Wasserdampf riecht - je nach Wahl - nach «Tabak», «Menthol» oder «Energy».

Die elektronische Zigarette: Was Raucher davon halten und was die Lungenliga dazu sagt

Die elektronische Zigarette

Valora-Sprecherin Stefania Misteli erklärte auf Anfrage, dass sich Dampf und Geruch innert kürzester Zeit verflüchtigen. Valora schliesst daraus, dass «Raucher jetzt überall, auch in rauchfreien Zonen, ihrer Rauchergewohnheit nachgehen können (vorbehältlich des jeweiligen Hausrechts)».

Kopfweh und Brechreiz

Die Herstellerfirma Zirel behauptet zudem, dass die E-Zigarette gesundheitlich völlig unbedenklich ist. «Die Zigarette beinhaltet keine Schadstoffe, Lungenkrebs bekommt man davon also nicht», sagt Geschäftsführerin Barbara Schnackig.

Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist man anderer Meinung. Im Infoschreiben von Mitte September rät das BAG zum «vorsichtigen Umgang mit E-Zigaretten». Bei einer Umfrage von Jean-François Etter, Tabakspezialist der Universität Genf kritisierten die Benutzer der künstlichen Zigarette die diversen Nebenwirkungen. Sie klagten über einen trockenen Mund und Hals, Schwindel, Kopfweh und Brechreiz.

WHO diskutiert diese Woche

Gemäss den US-amerikanischen Gesundheitsbehörden könnte der Dampf der elektronischen Zigaretten krebserregende Stoffe enthalten. Zudem ist die Art und Herkunft des verwendeten Nikotins unbekannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO riet 2008 von der E-Zigi ab. Grund: Sie enthalte eine Anzahl chemischer Zusätze, die sehr giftig sein können.

Diese Woche diskutieren die 168 Länder der Gesundheitsorganisation in Uruguay über Nutzen und Gefahr der elektronischen Zigarette. In Uruguy selbst ist der Verkauf der E-Zigarette verboten, ebenso in Mexico, Panama und Brasilien.

Auch die Schweizer Krebsliga warnt: Die E-Zigarette könnte eine Einstiegsdroge für Jugendliche sein.

E-Zigaretten überall erlaubt?

Neben den gesundheitlichen Risiken ist auch noch nicht klar, wie der Umgang mit elektroschen Zigretten in der Öffentlichkeit geregelt werden soll.

Darf die Hightech-Zigarette also beispielsweise in Zügen oder Restaurants geraucht werden? Darf sie benutzt werden, um das Rauchverbot zu umgehen?

«Das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen bezieht sich nicht explizit auf den Konsum von E-Zigaretten sondern besagt, dass Räume, die öffentlich zugänglich sind oder mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen, rauchfrei sein müssen», erklärte Nicole Disler, Sprecherin des BAG. (jep/sda)