Minarette
Islam-Flyer verteilt: Polizei ist Verdächtigem auf der Spur

Ende August lagen in Innerschweizer Briefkästen Islam-Flyer, die im Namen eines Islamischen Zentralrats verteilt wurden. Die Ermittler haben nun einen Verdächtigen ausgemacht. Sie haben eine E-Mail-Adresse zu ihm zurückverfolgt.

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Diese Postkarte verursachte in mehreren Kantonen Verwirrung.

Diese Postkarte verursachte in mehreren Kantonen Verwirrung.

twitter.com/conradion

"Höflich weisen wir darauf hin, dass wir nun bald in der Überzahl sind." "Wir möchten darum bitten, dass sich die Frauen wenn möglich doch verschleiern würden, nicht nur um Allahs willen, sondern um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen!"

Sätze wie diesen lasen Ende August Bewohner in den Gemeinden Schwyz, Lachen, Eschenbach und Herrliberg auf einer Postkarte, die in ihrem Briefkasten gelandet war. Mittels Fotomontage waren ausserdem Minarette in die Bilder der Dörfer gebastelt worden.

Als Absender der Karten war ein Islamischer Zentralrat angegeben. Der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) verneinte, hinter der Aktion zu stehen. Spekuliert wurde, der Verfasser könnte aus dem rechtsextremen Milieu stammen. Die Polizei stand vor einem Rätsel.

E-Mail-Adresse zurückverfolgt

Nun hat die ermittelnde Staatsanwaltschaft Innerschwyz eine Spur zum Absender gefunden: Wie die leitende Staatsanwältin Marianne Gerber der "Südostschweiz" bestätigt, konnte eine auf den Karten angegebene E-Mail-Adresse einem Verdächtigen aus dem Kanton Schwyz zugeordnet werden. Gegen diese Person laufe bereits eine andere Untersuchung in einem völlig anderen Zusammenhang, sagt Gerber. Die E-Mail-Adresse lautete sharia_pride@gmx.ch.

Wie die Staatsanwaltschaft die Adresse mit dem Verdächtigen in Verbindung bringen konnte, gab sie nicht bekannt.

Die Karte endet mit der Grussformel: "In diesem Sinne Allahu Akbar!" (mwa)