Projekt Central Park
«Idee bleibt, die Arbeit ruht»

Kanton und SBB hätten das Projekt Central Park nicht einmal geprüft, kritisiert Initiator Donald Jacob. Der Basler Kantonsbaumeister widerspricht.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

David Weber

An moralischem Support fehlte es der Idee Central Park Basel nicht. Basel Tourismus, IG Pro Innerstadt, Pro Natura, zahlreiche Grossratsmitglieder, mehrere Nationalräte befürworten einen Park über den Geleisen des Bahnhofs SBB. Zwei politische Vorstösse sind derzeit noch hängig. Das alles nützt allerdings nicht viel. Denn Grundeigentümerin SBB und der Kanton Basel-Stadt lehnen eine Überdachung des westlichen Gleisareals ab, wie sie gestern in einer gemeinsamen Medienmitteilung erklärten. Sie liessen sich lange Zeit für diesen Entscheid. Seit mehreren Jahren spielten sich Kanton und SBB den Ball hin und her, jeder jeweils auf die Initiative vom anderen wartend.

Kanton will Optionen offen halten

Mitinitiator und Architekt Donald Jacob hat sich seit vier Jahren für den Central Park engagiert. Es sei erst eine «Projekt-Idee», betont Jacob. Der erste Schritt zu einem wie auch immer gearteten konkreten Projekt wäre eine Machbarkeitsstudie gewesen, dazu waren SBB und Kanton aber nicht bereit. «Sie lehnen etwas ab, ohne es zuerst zu prüfen», bedauert Jacob und kritisiert: Das sei unseriös.

Kantonsbaumeister Fritz Schumacher widerspricht vehement. Zusammen mit den SBB hätten sie alle Optionen genau geprüft, sagt er. «Alle Varianten einer Überdachung der Geleise und die dazu notwendigen Stützen würden jegliche spätere Bautätigkeit und weitere notwendige Veränderungen der Gleis- und Perronanlagen massiv erschweren.» Dass Veränderungen notwendig sind liegt aufgrund der zunehmenden Passagierzahlen und Projekte (etwa das «Herzstück» der Regio-S-Bahn) auf der Hand. In welcher Form ausgebaut wird - diskutiert wird auch ein Tiefenbahnhof -, ist laut Schumacher derzeit noch offen und Gegenstand von Planungsarbeiten. Für die SBB und den Kanton steht deshalb die Idee Central Park zum jetzigen Zeitpunkt auf jeden Fall quer in der Landschaft.

Jacob hingegen meint, es fehle schlicht und einfach am Willen. Er gibt den Central Park aber noch nicht auf. «Die Idee bleibt, unsere Arbeit ruht», beschreibt er den Status quo. Sie seien jederzeit bereit, den Planungsprozess aufzunehmen, falls SBB und der Kanton dies wollten. Sicher aktiv werden will Oswald Inglin. Der im Gundeldingerquartier wohnhafte CVP-Grossrat ist ein starker Verfechter des Central Parks. «Vielleicht sei der Central Park aber wirklich eine Nummer zu gross», meint

Inglin. Er will deshalb einen politischen Vorstoss für eine abgespeckte Variante einreichen, ein «Central Park Light». Das Ziel: die Öffnung und Verbreiterung der Bahnhofs-Passerelle.

Inglin: keine «Minimal-Variante»

Auch Grossrätin Brigitta Gerber vom Grünen Bündnis hat bereits einen politischen Vorstoss zur Verbreiterung der Passerelle eingereicht, um das Menschengedränge zu Stosszeiten zu vermeiden, etwa mit dem Anbau einer Fussgängerbrücke. Inglin aber stellt sich gegen diese «Minimal-Variante». Ihm schwebt ein grosszügiger Ausbau vor. Die Bahnhofs-Passerelle solle zum Ort werden, wo man gerne verweilt. Das sei im Interesse von ganz Basel. Weiter erhofft sich der Politiker dadurch auch eine bessere Anbindung des «Gundeli» an die Stadt sowie die Aufwertung des «Unortes» (Inglin) Meret-Oppenheim-Platz.

Alles Forderungen, die auch in der Idee Central Park enthalten sind. Das Thema ist demnach noch lange nicht vom Tisch, auch wenn es nicht mehr den Namen «Central Park» trägt.

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